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Anna Bauer starb mit 81 Jahren

Prackenbach, den 04.08.2017

Trotz gesundheitlicher Einschränkungen verlor sie nie den Mut

 

Moosbach. „Du warst im Leben so bescheiden, schlicht und einfach lebtest du, mit allem warst du stets zufrieden, hab Dank und schlaf in stiller Ruh`.“

Den Spruch, den die Angehörigen auf die Todesanzeige drucken ließen, ist treffend für die liebenswerte Moosbacherin Anna Bauer, deren irdisches Zelt am vergangenen Mittwoch mit 81 Jahren abgebrochen wurde.

Wir sind zusammen gekommen, um von ihr Abschied zu nehmen und glauben, dass sie eine bleibende Heimat bei Gott findet und verbunden bleibt mit all jenen, die ihr nahe standen, tröstete Eingangs des Trauergottesdienstes Urlaubspater Bettoy Joy Kalathinal die trauernden Angehörigen.

 

Eine große Trauergemeinde aus der Bevölkerung und eine starke Abordnung von Mitgliedern des Kath. Frauenbundes nahm am Freitag Abschied von der weitum geschätzten Moosbacherin, erwiesen ihr die letzte Ehre und bekundeten den Angehörigen ihre Anteilnahme.

 

In seiner Ansprache knüpfte der Pater an die Lesung an, als er sagte, es gäbe zwei große Fragen in unserem Leben, einmal „was ist die Kraft unseres Lebens und was ist das Ende unseres Lebens“. Woher beziehe ich meine Kraft, dass ich aushalten kann und auf welches Ende muss ich mich vorbereiten, dass ich geduldig sein darf? Iiob ist uns in seiner gelebten Geschichte ein Vorbild geworden für die christliche Existenz und diese Existenz besteht darin, dass einer seine Lebenskraft von Glauben und Vertrauen an Gott bekommt. Kirche ist die Kraftquelle Christus auf dieser Welt, die wir uns nicht selber schaffen können.

Die verstorbene Anna Bauer, von der wir Abschied nehmen müssen, hat in ihrem Leben versucht, aus der göttlichen Kraft zu leben, so der Pfarrer. Geboren am 21. September 1936 in Moosbach wuchs sie mit einer Schwester auf. Im April 1959 heiratete sie Josef Bauer aus Oberrubendorf, aus deren Ehe eine Tochter hervorging und unterstützte ihren Mann in der Landwirtschaft. Später erkrankte er sehr schwer bis er trotz ihrer liebevollen Pflege und zusammen mit Tochter Luise 2006 verstarb.

 

Die Verstorbene bezeichnete Pater Bettoy Joy als eine gläubige und fleißige Kirchgängerin, bis sie dann selbst auf die Hilfe ihrer Tochter angewiesen war. Schwerwiegende Gebrechen und unheilbare Krankheiten zwangen die tapfere Frau seit sechs Jahren an den Rollstuhl, dazu kamen viele Krankenhausaufenthalte, doch tapfer ließ sie alles über sich ergehen und kämpfte sich immer wieder ins Leben zurück, bis sich ihr geschwächter Körper nicht mehr erholte. Versehen mit den Hl. Sakramenten verstarb sie im Krankenhaus im Beisein ihrer Tochter Luise.

 

Mit ihrer Mutter und Oma stirbt auch ein Teil von ihnen, bemerkte der Priester und tröstend meinte er: Durch den Tod verliert man vieles, niemals aber die gemeinsam verbrachte Zeit und die Erinnerung. So glauben und beten wir, dass Anna Bauer nun beim himmlischen Vater das ewige Leben finden wird. Die Traueräste jedoch forderte er auf, eine Frage an unser Gewissen zu stellen: Was ist meine Kraft und welches Ende wartet auf mich? Denn wer seine nicht in irdische, sondern göttliche Kraftquellen setzt, auf ihn wartet das ewige Leben mit Gott.

 

Nach dem Requiem, das der Kirchenchor unter der Leitung von Walter Stöger musikalisch mitgestaltete, begleitete der Geistliche mit den Mitgliedern des Frauenbundes, die Angehörigen und viele Freunde den Sarg mit der Verstorbenen zum Gottesacker, wo sie im Familiengrab der geweihten Erde übergeben wurde.

Nach den Gebeten des Priesters trat Marianne Laumer vom Altrandsberger Vorstandsteam ans offene Grab und nahm im Namen des Frauenbundes Abschied von ihrem Mitglied, die im Jahr der Gründung dem Frauenbund beigetreten ist. Mit ihrem liebenswerten bescheidenes Auftreten und ihrer Geselligkeit bereicherte sie die Gemeinschaft der Frauen. Bei ihrem runden Geburtstag hinter ließ sie noch den Eindruck, dass sie trotz der gesundheitlichen Einschränkungen, die sie hinnehmen musste, den Mut nicht verlor und trotz allem sie positiv nach vorne schaute. Den Angehörigen sprach Laumer ihre aufrichtige Anteilnahme aus und als Zeichen der Verbundenheit legte sie eine Schale nieder mit den Worten: Der Herr schenke ihr sein ewiges Leben!