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Benefizkonzert in der Pfarrkirche St. Georg, Prackenbach zur Hilfe für die Ukraine

Prackenbach, den 28. 04. 2022

Hervorragendes Benefizkonzert der Organisten/Innen Ulrike Altmann, Anette Kufner und Johann Preiß am Weißen Sonntag in der Pfarrkirche St. Georg in Prackenbach mit sehr emotionalen Texten und Liedern von dreißig ukrainischen Flüchtlingen

Prackenbach/Krailing:
„Es ist angerichtet!“, so hätte man sagen können als die Besucher die Pfarrkirche St. Georg in Prackenbach betraten. Das Kirchenschiff erleuchte nur im gelblichen Kerzenschein und die Deckenbeleuchtung erstrahlte im himmelblau, wie es auch Bürgermeister Andreas Eckl in seiner späteren Ansprache bemerkte. Die Farben der Nationalflagge der Ukraine. Diese Farben kamen auch in den Beiträgen immer wieder zum Ausdruck.

Pfarrgemeinderatssprecherin Margit Eidenschink begrüßte eingangs im Namen von Herrn Pfarrer Josef Drexler alle sehr herzlich zum Benefizkonzert in der Pfarrkirche. Dabei entschuldigte sie Pfarrer Drexler, da dieser Corona-positiv getestet wurde und sich in häusliche Quarantäne begeben musste. Sie übermittelte die besten Grüße von ihm.
Eidenschink freute sich, dass so viele der Einladung zu diesem Konzert gefolgt waren. Ihr besonderer Willkommensgruß galt Bürgermeier Andreas Eckl mit Gattin sowie den Gästen aus der Ukraine. Schon im Vorfeld bedankte sie sich bei den Organisten, die aus einer wertvollen Idee innerhalb kürzester Zeit ein Werk für die ukrainischen Flüchtlinge gezaubert haben. „Ihr habt auch an die Menschen gedacht, denen es nicht so gut geht“, bemerkte Eidenschink. Anschließend sprach sie ein Friedensgebet für die Ukraine.

Andrea Schwarzmüller vom Landhotel Miethaner begrüßte im Namen der ukrainischen Gäste alle recht herzlich. Sie bemerkte, dass im Landhotel vor circa 6 Wochen 51 Flüchtlinge dort aufgenommen worden sind. In Absprache mit Helmut Schedlbauer vom Pfarrgemeinderat haben die Flüchtlinge einen kurzen Erfahrungsbericht zusammengestellt, der in Deutsch und ukrainisch dann vorgetragen wurde.
Schwarzmüller erklärte das sie vor einigen Wochen über die Ukraine nicht viel gewusst hätte. Ein Land weit weg, da irgendwo Tschernobyl, in Kiew ein Klitschko Bürgermeister und ein Präsident als Schauspieler. Auf Seite 3 der Zeitungen wurde von schrecklichen Nachrichten von Zerstörung, Vertreibung und Flucht berichtet, bis der 18. März und mit ihm ein Bus mit 51 ukrainischen Flüchtlingen zu ihr nach Höllenstein kam. Da plötzlich war alles anders und der Krieg wurde real. Man merkte ihr beim Sprechen an, das sie dies alles sehr emotionell bewegte.

Auch die ukrainischen Flüchtlinge berichtenden das sie in ein sehr gastfreundliches Deutschland gekommen wurden. Sie kommen aus den Städten:  Краматорськ, Kiew, Миколаїв, Ворзель, Пологи, Енергодар, Суми, Мелітополь, Charkiw, Мирноград, Чернігів, Ірпінь. Dabei hob jeder sein kleines ukrainisches Fähnchen empor bei der Nennung seiner Heimatstadt. Sie durften Gastfreundschaft, Aufrichtigkeit, Hilfe, Wohlwollen und Mitgefühl der Gastfamilie, der einheimischen Bürgern in dieser wunderschönen Gegend erfahren. Den blauen Himmel und die gelben Weizenfelder – die Farben der Flagge – der Ukraine bedeckten nun Feuer und Dampf von Explosionen, Bomben und Geschossen. Viele Städte und Dörfer verkommen, Abertausende sterben, Millionen bleiben ohne Dach über dem Kopf und sie wurden nun Flüchtlinge. Sie sind dankbar über die Aufnahme in freundschaftlichen und friedlichen Ländern. Die Ukrainer verabscheuen diesen Krieg und sie sind zuversichtlich, dass Frieden und Demokratie siegen werden.

 

Als Beitrag zum Konzert sangen die Ukrainer das Lied von der blühenden Kalina. Dieses Lied, das aus der Zeit von 1918 stammt, ist wieder brandaktuell. Zu dieser Zeit herrschte die ukrainische Revolution und der 1. Weltkrieg. Dieses Lied wurde ins Deutsche übersetzt und dann von der ukrainischen Gruppe mit Gitarrenbegleitung in beiden Sprachen vorgetragen. Dafür ernteten sie einen riesigen Applaus.

Den Auftakt des Konzertes machte Johann Preiß an der Sandtner-Orgel. Die Stücke waren wunderbar stimmig. So fügten sich die Improvisationen von Orgel mit Johann Preiß und Querflöte mit Organistin und Querflötenspielerin Ulrike Altmann wunderbar zusammen an.

Die ruhigen Musikstücke oder wie ein Canon, gespielt mit dem E-Piano von Ulrike Altmann gaben den Zuhörern Entspannung und das Gefühl die Seele so richtig „baumeln zulassen“.

Mit einem Marsch ließ die Organistin Anette Kufner aufhorchen. Weiter zelebrierte sie ein Präludium. Sehr stimmungsvoll und kräftig intonierte mit der Orgel die Organistin Anette Kufner ein modernes Osterlied. Ein Ruf aus der Liturgie der Osternacht. Dazu erklangen die Fülle und die Vielfalt der Musik.

In einem Largo erklang Harmonie mit Orgel (Johann Preiß) und Querflöte (Ulrike Altmann). Durch die Einspielung der Querflöte zum Orgelspiel spiegelte sich einen Art Farbenvielfalt in den Klängen wider.

Auch durften neuere Kompositionen nicht fehlen die Organistin Ulrike Altmann am E-Piano wunderbar wiedergab.

Ein festliches Rondo spielte Organist Johann Preiß sowie auch andere Werke zur Freude und zum Wohlklang für die Besucher.

Das letzte Stück des wunderbaren Benefizkonzertes bildete ein festliches Gloria, wunderbar interpretiert von Johann Preiß an der Sandtner-Orgel rundete das Programm ab.

 

Zum Schluss trat Ulrike Altmann als Initiatorin und Motor des Benefizkonzertes ans Mikrofon. „Aus einem Gedanken entwickelte sich durch viele Ideen engagierter und motivierter Menschen dieses Konzert“, so die Sprecherin. Ein Konzert bedarf vieler fleißiger Hände. Für die Bemühungen im Vorfeld und im Hintergrund bedankte sie sich auf bei jedem einzelnen. Hervor hob sie Herrn Helmut Schedlbauer der die Organisation für die Gäste aus der Ukraine übernommen hatte. Herzlich bedankte sie sich auch aus der Ferne beim Organisten Christian Fischl, der leider nicht Dabeisein konnte aber vielleicht bei einem der nächsten Konzerte mit von der Partie ist. Ein ganz von Herzen kommendes Dankeschön richtete sie an ihre Organistin Anette Kufner und Organist Hans Preiß. Ohne diese beiden wäre dieses Konzert nicht zustande gekommen. Auch bedankte sie sich für das gute harmonische Miteinander während des ganzen Jahres. Die Besucher spendeten dafür einen überwältigenden und langanhaltenden Applaus auch für die wunderbaren Darbietungen.

Dann teilte Ulrike Altmann die Verwendung der Spendengelder für dieses Benefizkonzert für die Ukraine mit. Die Spenden sollen auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Sie durfte einen ukrainischen Arzt am Arberland-Krankenhaus kennenlernen. Dieser ist selbst hoch motiviert und hat auch schon einige Aktionen für die Ukraine gestartet und mitgemacht. Dieser Dr. Lishchuk Yuri hat einen Arztfreund in der Nähe von Kiew und das Krankenhaus wurde dort zerbombt. Das Krankenhaus soll in einer alten Schule wieder aufgebaut werden. Dazu sind medizinische Utensilien erforderlich. Dazu sollen diese Spendengelder verwendet werden. So bedankte sich Ulrike Altmann nochmals fürs Zuhören und warb und gute Spenden für dieses Projekt nahe Kiew.

 

Dann übergab Margit Eidenschink ein Kuvert eines anonymen Spenders/In an die Gruppe der Flüchtlinge in Höllenstein. Andrea Schwarzmüller nahm diese entgegen und berichtete, dass bereits einige Geld- und Sachspenden eingegangen sind. Die Ukrainer sind sehr sparsam. Sie haben bei der Ankunft nichts dabeigehabt als ihren Rucksack. Wenn man sie fragt, was sie brauchen sagen sie, sie haben alles. Wenn man über Geld spricht, sagen sie: man soll es aufheben; wer weiß was noch kommt. Geld wird nur für Medikament und unvorhergesehenes verwendet. Auch die Kleiderspenden werden, soweit sie hier vor Ort nicht gebraucht werden, später an die Ukraine weitergegeben. Dann bedankte sie sich nochmals namens der Gruppe für die Spende.

 

Anschließend dankte Pfarrgemeinderatssprecherin Margit Eidenschink den drei Instrumentalisten/Innen. Sie haben so viel Zeit und Mühe investiert und den Besuchern einen wundervollen Abend. Sie haben so viel Liebe gegeben und den Menschen in Not durch diese Spenden zu helfen. Als kleinen Dank der Wertschätzung für dieses wunderbare Konzert überreichte PGR-Sprecherin Eidenschink namens der Pfarrei den Organistinnen Ulrike Altmann und Anette Kufner und an Organist Hans Preiß je einen Blumenstrauß. Weiter gab sie noch bekannt, dass nach der Ansprache von Bürgermeister Andreas Eckl noch das Lied: „Der Heiland erstand“ gesungen wird, da in der Ukraine und eben bei der Orthodoxen Christen am heutigen Weißen Sonntag in Deutschland, dort das Osterfest gefeiert wird.

 

Bürgermeister Andreas Eckl sprach ein herzliches Willkommen. Zuerst auf Ukrainisch dann auf Deutsch was ihm einen donnernden Applaus der Ukrainer einbrachte. Als erster Bürgermeister der 2800 Einwohnergemeinde begrüßte er die Flüchtlinge auch mit ihren Kindern. Es war ihm ein großes persönliches Anliegen ihnen den nötigen Respekt und eine große Portion Mitgefühl mitzugeben für all das Leid das sie bisher seit dem 24.02.2022 erleben mussten. Leider hat die Menschheit aus der Vergangenheit nichts gelernt. Scheinbar hat auch das russische System davon nicht gelernt und deswegen verursachen sie diese Gräueltaten in der Ukraine. Diese Taten werden in der Gemeinde Prackenbach, im Landkreis Regen, in Bayern, in Deutschland und in Europa nicht toleriert. Jedoch kann nur ein gewisser Beitrag geleistet werden, der gerne gemacht wird, um diesen schrecklichen Krieg schnellstmöglich zu beenden. Auch die kleine Gemeinde Prackenbach stand sofort parat und stellt 50 Plätze mit Betten zur Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine in der Sportturnhalle bereit. So wünschte er den ukrainischen Flüchtlingen, dass sie bald wieder in ihr schönes Heimatland zurückkehren können. Die Landesfarben blau/gelb sind auch heute in der Kirche mit dem gelblichen Licht der Kerzen und den in blau strahlenden Kirchenhimmel zu sehen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass sie bald wieder zu ihrem heimischen Himmel ohne Raketen und Kriegsflugzeuge heimkehren können und wieder ein normales Leben – wie sich dies alle wünschen – in ihrem schönen Land, der Ukraine haben können. Als kleine Geste hatte Bürgermeister Andreas Eckl ihnen etwas mitgebracht. Diese Kleinigkeit tut jeder Seele gut, dass man wieder nach vorne schauen kann und so wünschte er ihnen auf Ukrainisch alle Gute. Den Kindern überreichte er Süßigkeiten und die Frauen bekamen eine Blume überreicht. Von diesen Gesten waren die Flüchtlinge sichtlich gerührt.
Alle Beiträge wurden in Deutsch und Ukrainisch gesprochen.

 

Dann bedankte sich erster Bürgermeister Andreas Eckl bei den Organisatoren des wunderschönen Benefizkonzertes zu Gunsten der Ukrainehilfe. Besonderen Dank richtete er an die drei Instrumentalisten/Innen sowie die ehrenamtlichen Helfer/Innen allen voran Helmut Schedlbauer.

 

Dann stimmte Organistin Anette Kufner das Osterlied: „Der Heiland erstand ...“ an und die Konzertbesucher stimmten kräftig im Gesang mit ein; am hochheiligen orthodoxen Osterfest in der Ukraine; dem höchsten Fest im ganzen Kirchenjahr.

 

Zum Auszug und der Beendigung des wundervollen Benefizkonzertes spielte Anette Kufner. Ein Konzert das nach den langen Entbehrungen wegen der Coronabeschränkungen der Seele wieder guttat. Auch die Besucher taten ihr Herz auf und wie die Organisatorin des Konzertes Frau Ulrike Altmann am späten Abend noch mitteilte, kamen Spenden in Höhe von 1.239 Euro für die Ukrainehilfe zusammen, die durch weitere nachkommende Spenden dann auf 1.300 Euro aufgerundet wurden.

 

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Benefizkonzert in der Pfarrkirche St. Georg, Prackenbach zur Hilfe für die Ukraine (28. 04. 2022)

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