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„Die letzten Tage Jesu in Jerusalem“ - Einstimmung auf die Karwoche und das kommende Osterfest

Prackenbach, den 14.03.2017

Prackenbach/Moosbach. Zum Bildungsabend der KEB am Dienstag konnte die Pfarrgemeinderatssprecherin aus Prackenbach Margit Eidenschink 34 Teilnehmer im Pfarrheim St. Georg begrüßen. Dazu waren auch Pfarrer Josef Drexler, der Bildungsbeauftragte Josef Ettl, die Kirchenpfleger Ferdinand Klement, Peter Fleischmann und Frank Hornberger gekommen sowie auch Vereins-Abordnungen mit den Vorsitzenden des Frauenbundes Moosbach/Altrandsberg, des FuMV Prackenbach/Krailing, der MMC sowie die PGR-Sprecherin Maria Rackl.

 

Als Referenten konnte man den Diplom Theologen Gert Paulus gewinnen, der die Passion Jesu unter Einbeziehen archäologischer Funde, seinem umfangreichen Wissen und im Licht neuer Forschungsergebnisse stellte. Die geschichtliche Reise begann mit der Flucht von der östlichen Seite des Jordan nach Betanäa, ging weiter zu seinem Freund Lazarus, der im Sterben lag nach Bethanien, den Ort an dem Jesus zuvor mit Steinen beworfen war. Die Jünger drängten ihn, es kund zu tun, dass er der Messias sei. Er bejahte und provozierte dabei die Schriftgelehrten, die ihn sogleich steinigen wollten, floh jedoch mit den Jüngern nach Efraim, wo er einige Wochen blieb.

 

Der Einzug ins Passchafest nahte und so ging Paulus im Verlauf des Vortrages auf die Unterschiede des Tempelkalenders und den essenischen Festkalenders ein und ließ die Chronologie von Dienstag bis Sonntag noch einmal aufleben: Das letzte Abendmahl am Rüsttag des Pessachfestes im Gästehaus der Essener.

Durch einen nächtlichen Verrat von Judas wird Jesus kurz vor dem Fest durch eine Schar von Hohenpriestern und Schriftgelehrten verhaftet. Im Verhör vor dem Hohen Rat der Juden bekennt sich Jesus zu seiner Mission als Messias. Dies wird als Gotteslästerung ausgelegt, worauf die Todesstrafe steht. Die Führer der Juden, die ihre Macht übers Volk abbröckeln sehen, können die Strafe nicht selbst vollziehen. Sie verklagen ihn beim Stadthalter Pilatus der jedoch keine Schuld an ihm findet, bis er ihn jedoch zur Geißelung, Verspottung und Verurteilung frei gibt. Es folgte das Todesurteil und der schmerzhafte Weg durch Jerusalem nach Golgotha.

 

Paules bemerkte dabei auch, dass man die Dornenkrone als Haube verstehen müsse, wobei einige Stacheln im Kopf stecken blieben, so der Redner. Mit 39 Schlägen mit den dreigliederigen Geißeln verursachten sie bei dem Verurteilten Einschläge auf dem Körper. So trat Jesus dann mit dem 30 bis 40 kg Querbalken des Kreuzes beladen den Kreuzweg an.

 

In weiteren Stationen fällt Jesus unter dem Kreuz, Gesicht und Kniescheibe werden zermartert, er begegnet seiner Mutter und den weinenden Frauen von Jerusalem. Die Kleider werden ihm vom Leib gerissen und Jesus wird ans Kreuz genagelt. Die angebrachte Inschrift lautet „Jesus der Nazaräer“ – König der Juden. „Vater in deine Hände lege ich meine Seele“, heißt es im Psalm 22, als er starb. Nachdem er schon Tod war, zerbrachen ihm die Soldaten die Beine nicht, sondern man stieß ihm mit einer Lanze in die Seite und es floss Blut und Wasser heraus.

 

Neu war den Besuchern, dass einem Sterbenden unmittelbar vor dem Tod eine Tuchhaube über den Kopf gestülpt wurde, die das vergossene Blut auffangen sollte und es anschließend ins Grab gelegt wurde. Diese Blutspuren weisen auch das Grabtuch von Turin und der Schleier von Manopello auf und wird dadurch als das echte Grabtuch angesehen.

Paulus bemerkte auch, dass nach der Kreuzesabnahme niemand etwas mit nach Hause nehmen durfte und die kostenbaren Nägel wurden oft mühsam entfernt.

Mit Myrthe und Aloe wurde der Leichnam gesalbt und ins Grab gelegt. Josef, dem das Grab gehörte, hüllte ihn dazu in ein Leinentuch. Das Tuch Sudarium soll Petrus an sich genommen haben.

 

Zum Schluss kam Gert Paulus noch über das Mysterium des Heiligen Feuers zu sprechen. Es ist nach Überzeugung orthodoxer Christen ein sich alljährlich am Karsamstag in der Jerusalemer Grabeskirche ereignendes Wunder. Es soll keinen natürlichen Ursprung besitzen und Haut und Haare nicht versengen. Der Jerusalemer Patriarch entzündet das Feuer in der Grabkammer, nachdem er zuvor auf Streichhölzern, Feuerstein oder andere Zündmittel durchsucht worden ist. Das Feuer entsteht nur an den orthodoxen Ostern und nur in Gegenwart des Jerusalemer Patriarchen (oder eines Stellvertreters). Das Licht soll ein tröstliches Zeichen für die Auferweckung sein und wurde lange verschwiegen.

 

Am Ende war Pfarrer Josef Drexler beeindruckt von den Ausführungen des überzeugenden Christen und sprach ihm ein großes Vergelt´s Gott aus. Auch die Anwesenden lauschten ergriffen dem umfangreichen Wissen des kompetenten Referenten für seinen fesselnden Vortrag über das Leiden und Sterben Jesu. Gerd Paulus freute sich über das Lob und nahm ein kleines Präsent gerne entgegen.

 

Foto: Pfarrer Josef Drexler, Gerd Paulus, Margit Eidenschink