Begrüßungsgottesdienst für Pfarrer Werner Konrad in Prackenbach

26.​02.​2025

Prackenbach. Es gebe zwar Unterschiede zwischen einzelnen Pfarreien, diese seien jedoch verschwindend klein angesichts der einenden Aufgabe, das Erbe Jesu zu bewahren und die Ethik der Nächstenliebe zu verbreiten. Diese Botschaft vermittelte Pfarrer Werner Konrad am Wochenende beim vom Kirchenchor wunderbar gestalteten Begrüßungsgottesdienst in der neuen Pfarreiengemeinschaft Viechtacher Land am Sonntagmorgen in Prackenbach. Mit hoffnungsvollen und herzlichen Begrüßungsworten wurde er als Leiter und neuer Hirte willkommen geheißen.

 

Nach dem feierlichen Einzug mit den Prackenbacher und Krailinger Ministranten in die Pfarrkirche Sankt Georg ergriff zuerst Annalena Högerl das Wort, begrüßte den neuen Pfarrer in Reimform im Namen der Ministranten und überreichte ein buntes Blumenarrangement. Auch Pfarrgemeinderatssprecherin Margit Eidenschink zeigte sich „sehr zufrieden mit der Lösung“. Die Pfarreien seien bei Pfarrer und Pfarrvikaren, die immer ein offenes Ohr hätten, in den besten Händen. „Ich danke Ihnen für die Bereitschaft, uns als Schäfchen anzunehmen“, sagte sie. Eidenschink überreichte ein Präsent mit Brot und Salz, die Nahrung für Geist und Seele symbolisierten, mit dem Wunsch, dass Pfarrer Konrad dies auch in Prackenbach und Krailing finden möge. Helga Schnitzbauer sprach für den Frauen- und Mütterverein Prackenbach-Krailing Grußworte und freute sich über das Interesse, das Konrad bereits im Vorfeld an den Müttervereinen gezeigt hatte. Als Willkommensgeschenk übergab sie eine Tafel Schokolade als „Nervennahrung“, falls diese denn in der Fülle der Aufgaben doch einmal gebraucht werde.

 

Sichtlich gerührt trat Pfarrer Konrad nach vorne und bedankte sich für die herzlichen Worte. Das Bild des Hirten wolle er gerne ersetzen durch das eines Gärtners, was auch privat seine Leidenschaft sei. „Gewächse brauchen Pflege, sind aber auch sehr unterschiedlich und teilweise eigensinnig, das dürfen sie auch!“, legte er dar. „Denn erst im Miteinander entsteht ein schöner, bunter Garten.“ Er sei keiner, der einfach „zuschneidet“, er beobachte und freue sich an jedem Geschöpf und sei es noch so eigensinnig.

 

In seiner Predigt verglich er die Verschmelzung der Pfarreien mit einer Hochzeit. Eine reine Liebesheirat sei dies nicht gewesen, eher wie zu früheren Zeiten eine arrangierte Ehe. Dennoch könnten sich daraus durchaus Freundschaft, Wertschätzung und sogar Liebe entwickeln. Eine Pfarrei sei zum einen dazu da, religiöse und dörfliche Traditionen zu leben und Gemeinschaft zu stiften. Doch auch eine größere Aufgabe gebe es, erklärte Konrad und nahm Bezug auf das vorangegangene Evangelium zur Nächstenliebe, das er als „Kernstück“ der Ethik Jesu hervorhob. „Gutes tun, wo man nicht erhoffen kann, etwas zurück zu bekommen“ und sich damit von Sündern abheben. Er verglich dies mit der Bereitschaft der Feuerwehr, die ausrücke, um „Fremden“ zu helfen. Das sei die von Jesus gepredigte Nächstenliebe, die gleichzeitig auch „Fernstenliebe“ sei und einen Kontrast bilde zu natürlichem, im Kopf verankerten Denken, das auf Geben und Nehmen basiere. Immer wieder nahm er Bezug auf das Zusammenwirken der nun verbundenen Pfarreien. Es habe Zeiten gegeben, in denen Andersartiges und Fremdes abgewertet worden sei, auch heute gebe es verstärkte Entwicklungen dorthin. „Die Kirche ist immer noch Rückgrat der Ethik der Nächstenliebe“, sagte er und rief auf, barmherzig, offen und großzügig zu sein und dies gemeinsam als große Pfarreiengemeinschaft weiter zu verbreiten.

 

Der Kirchenchor Prackenbach/Krailing unter Leitung von Ramona Preiß-Höcherl und an der Orgel begleitet von Hans Preiß schmückte den festlichen Gottesdienst mit wunderbaren mehrstimmigen Stücken aus. 

 

Nach dem Schlusssegen und Dankesworten des Pfarrers an alle, die in irgendeiner Weise zum Gelingen beigetragen hatten, hatten Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung einen Stehempfang mit Verpflegung im Pfarrheim und Bürgerhaus vorbereitet. Alle waren eingeladen, um sich auszutauschen und ins persönliche Gespräch mit Pfarrer Konrad zu kommen.

 

Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.

 

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