Mit Kneipp das Immunsystem stärken

25.​03.​2025

Vortrag von Kneipp- und Gesundheitstrainerin Bettina Pritzl in Moosbach -Elternabend der Kindergärten

 

Moosbach. „Ich bin einfach ein Fan davon, eine Ansteckung gleich von Vornherein zu vermeiden“, betont Bettina Pritzl. Sehe man sie bei der Arbeit im Landratsamt Regen mit einem Halstuch rumlaufen, könne man sicher sein, dass sich darunter ein sogenannter „kalter Halswickel“ nach Kneipp befindet, der sie beim ersten Verdacht auf unerwünschte Viren im Hals-Rachen-Bereich schon viele Male gerettet habe. Als Kneipp- und Gesundheitstrainerin (sowie vieles mehr) war die Geschäftsführerin des Kneippvereins Bad Kötzting vom Team der Kindergärten Moosbach und Prackenbach engagiert worden, um zum Thema „Immunsystem stärken, heilen und unterstützen mit Kneippschen Anwendungen“ zu referieren und informieren. Viele interessierte Eltern waren am Dienstagabend zu dem informationsreichen und kurzweiligen Vortrag ins Gasthaus Kerscher in Moosbach gekommen.

 

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Moosbacher Kindergartenleiterin Sonja Meier stellte sich Bettina Pritzl mit ihrer lockeren und energiegeladenen Art selbst vor. Vor über 20 Jahren habe sie neben ihrem gänzlich anders ausgerichteten Job etwas Zusätzliches zur persönlichen Erfüllung gesucht und sei bei Kneipp hängen geblieben. „Es ist schade, dass viele erst dazu kommen, wenn die Schulmedizin nicht mehr weiterhilft“, sagte sie und gab einen Überblick über alles, was die Kneippsche Lehre ausmache, „das ist nicht nur Wassertreten!“

 

Aus den fünf Säulen Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung ergebe sich ein großes Ganzes. Bei Kindern seien Kneippsche Anwendungen sehr beliebt, durch das Reiz-Reaktions-Prinzip sähen sie sofortige Wirkungen auf den Körper. Man setze von außen einen Reiz, der Körper reagiere automatisch. Unter anderem ging Pritzl auf die körpereigene Thermoregulation ein. Um die 300.000 Kälte- und 30.000 Wärmerezeptoren meldeten in Millisekunden Temperaturunterschiede von Haut und Umgebung ans Gehirn, erklärte sie. Bei größeren Temperaturunterschieden werde so die Durchblutung an den betroffenen Stellen beeinflusst. Unter anderem mit Schaubildern verdeutlichte die Referentin die Wirkung verschiedener Anwendungen.

 

Das Immunsystem des Körpers bezeichnete sie als „Schutzengel“, es sei mehr als nur ein Abwehrsystem. Viele Organe, die Haut, Schleimhäute, Rachenmandeln, Lymphknoten oder Darm spielten zusammen. Außerdem werde unterschieden in angeboren und erworben. Pritzl rief dazu auf, erste Warnzeichen des Körpers wahrzunehmen und generell achtsamer zu sein. „Hüsteln und Niesen sind rein mechanische erste Reaktionen, der Körper will unerwünschte Viren wieder loswerden.“ Dann müsse man aktiv werden und unterstützen, zum Beispiel mit Nasenspülungen die Viren ausspülen oder mit kalten Halswickeln die Durchblutung und damit Abwehrfähigkeit im Rachenraum steigern – „Erste Hilfe!“. Den „Kopfdampf“, inhalieren über warmem Dampf mit Zusätzen wie ätherischen Ölen, beschrieb sie als sehr wirksam bei Husten, allerdings nicht bei kleinen Kindern wegen Verbrennungsgefahr. Außerdem erklärte sei temperaturansteigende Fußbäder, Wadenwickel bei Fieber und ging kurz auf Heilpflanzen und deren Anwendungsgebiete ein.

 

Gegen Ende ihrer Ausführungen stellte sie eine weitere Sache heraus: Wenn der Körper krank ist, brauche er Zeit und Ruhe, um wieder gesund zu werden, auch und vor allem im Kindesalter. Den Gang zum Arzt wolle sie nicht schlecht reden, aber es gebe eine Menge Anwendungen, die vorher zu Hause Linderung verschaffen könnten. „Und nur weil ein Fiebermittel die Körpertemperatur senkt, gehört ein Kind lange noch nicht in den Kindergarten.“

 

Monika Kraus, Kindergartenleiterin in Prackenbach, bedankte sich im Namen aller mit einem kleinen Präsent für die vielen Infos und Anwendungstipps, mit kräftigem Applaus stimmten die Eltern und anwesenden Betreuerinnen zu.

 

Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt

 

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