Aus der Gemeinderatssitzung vom 21.08.2025
Niedrigster Schuldenstand seit Jahrzehnten
Prackenbacher Haushaltssatzung einstimmig bewilligt – Kämmerer berichtet von sehr zufriedenstellender Haushaltssituation, warnt jedoch vor Investitionsstau
Prackenbach. „Wir dürfen nicht zu euphorisch sein, aber wir betreiben schon eine gesunde Finanzpolitik hier drinnen“, war die Bewertung des sichtlich stolzen Prackenbacher Bürgermeisters Andreas Eckl, als Kämmerer Manfred Maier am Donnerstagabend dem Gremium von der derzeitigen Haushaltssituation berichtete. Die Gemeinderäte setzten in der Sitzung unter anderem den Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2025 mit einem Verwaltungshaushalt von 6.701.830 Euro (2024: 6.200.930 Euro) und einem Vermögenshaushalt von 2.877.230 Euro (2024: 3.621.800 Euro) einstimmig fest. Es werden keine neuen Darlehen benötigt, durch eine Sondertilgung sinkt der Schuldenstand der Gemeinde laut Maier auf den niedrigsten Wert seit Jahrzehnten – zum Jahresende auf rund 462.718,80 Euro, und damit auch die Zinslast auf rund 10.300 Euro jährlich. Der kalkulatorische Zinssatz wurde auf 2,1 Prozent festgelegt.
Eckl und Maier berichteten von einer nochmals zum Vorjahr verbesserten Einkommenssituation. „Die Bürger und Betriebe in unserer Gemeinde sind sehr fleißig“, hoben beide lobend hervor, zusammen mit Schlüsselzuweisungen beliefen sich die Steuereinnahmen 2025 voraussichtlich insgesamt auf 4.643.900 Euro, rund 500.000 Euro mehr als im Vorjahr. Dies entspanne die Situation mit den im Gegenzug deutlich angehobenen Abgaben an den Landkreis deutlich, denn die Kreisumlage betrage 2025 rund eine Viertel Million mehr als noch im Vorjahr: 1.725.941,36 Euro. „Das tut uns schon weh, aber es hilft nichts“, so Maier. Auch der Landkreis ächze und habe selbst keine Möglichkeiten, Gelder zu generieren, weshalb dies auf die Kommunen umgelegt werden müsse.
Die Zuführungsrate vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt betrage 1.259.185 Euro. Die ordentliche Tilgung von Darlehen belaufe sich 2025 auf rund 161.100 Euro, eine außerordentliche Tilgung auf rund 139.750 Euro, sodass die freie Finanzspanne im Jahr 2025 noch akzeptable 958.335 Euro betrage. „Das ist sehr zufriedenstellend!“, betonte der Kämmerer.
Laufende Investitionen unter anderem in den Brandschutz, in Abwasseranlagen (Geröllfangschächte), Breitbandausbau oder Straßensanierungen ließen durch die deutlich verbesserte Einnahmesituation und einer Rücklagenentnahme in Höhe von 500.095 Euro einen Haushaltsausgleich ohne Darlehensaufnahme zu, wie Maier erklärte. Rechnerisch ergebe sich für das Jahr 2025 ein ausgeglichener Haushalt. Nach dem derzeitigen Stand sei jedoch auch für 2026 eine Rücklagenentnahme von rund 930.000 Euro erforderlich, um die geplanten Investitionen durchführen zu können. Erst ab dem Finanzplanungsjahr 2027 könne wieder mit einer Rücklagenzuführung gerechnet werden. Dies lasse sich jedoch nur schwer prognostizieren.
Das Jahresergebnis 2024 habe im Gesamthaushalt wegen einiger nicht umzusetzenden Investitionen einen Überschuss von 1.221.532 Euro ausgewiesen, entgegen der geplanten Rücklagenentnahme von 610.590 Euro. Die allgemeine Rücklage habe deshalb von 1.080.135,16 Euro auf 2.301.667,30 Euro aufgestockt werden können.
In seinem Fazit bemerkte Maier, dass sich die Haushaltssituation zwar weiter entspannt habe, dies jedoch in erster Linie an einer Streckung der Investitionen liege. Vor allem aber warnte er vor einem Investitionsstau, der im Bereich des Straßenunterhalts oder der Trinkwasserversorgung entstehen könnte.
Hohe Personalkosten bei Kindertagesstätten
Im Weiteren ging er näher auf bereits laufende und geplante Maßnahmen ein und wichtige Bereiche im Zusammenhang mit der Aufstellung der Haushaltssatzung. Ein „großer Brocken“ dabei seien die Kindertagesstätten in Prackenbach und Moosbach. Das sei ein bekannt sensibles Thema, doch er müsse es anführen. Der rechnerische Fehlbetrag werde im kommenden Jahr auf rund 330.000 Euro steigen, maßgeblich dafür seien unter anderem die hohen Personalkosten. Es gebe sehr geburtenreiche Jahrgänge derzeit, daher werde auch mehr Betreuungspersonal gebraucht. Doch eine weitere Erhöhung der Gebühren für die Eltern wurde nicht beschlossen und sei derzeit auch nicht geplant. Das Ganze könne sich nicht rechnen, „dann müssten die Gebühren im hunderter Bereich liegen und das will ja keiner.“
Außerdem ging Maier auf weitere Bereiche ein, wie unter anderem den Breitbandausbau, Gewerbeansiedlungen, das neue Feuerwehrgerätehaus in Prackenbach, Straßenbaumaßnahmen in der Wiedenhofstraße und Tafertsbergstraße, Investitionen in Abwasseranlagen, den Neubau der Pumpstation Kugelbach oder die Außensportanlagen der Grundschule. Genauer beleuchtete er die Situation beim Neubau des Hochbehälters Moosbach, dessen Planung sich schon über Jahre ziehe und nun voraussichtlich noch um ein weiteres Jahr verschiebe – wegen zu überarbeitender Unterlagen. Diese würden im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung, welche die wasserrechtliche Erlaubnis des Landratsamtes Straubing-Bogen für die Ableitung von Quellwasser aus Friedenstadl/Oberstein betreffe, benötigt. Die geschätzten Kosten für das gesamte Vorhaben beliefen sich derzeit auf rund 1,4 Millionen Euro.
Das Gremium beschloss die Haushaltssatzung sowie das Investitionsprogramm für die kommenden Jahre einstimmig. Eine nichtöffentliche Sitzung schloss sich an.
Präsente zum Abschied
Reinigungskraft Christa Probst geht in den Ruhestand – Lob und Dank vom Bürgermeister
Prackenbach. Bürgermeister Andreas Eckl nutzte den Rahmen der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend, um eine langjährige Mitarbeiterin der Gemeinde in den Ruhestand zu verabschieden.
Christa Probst aus Moosbach war seit 2007 als „Putzfee“, so Eckl, in verschiedenen Bereichen eingesetzt und habe ihre Aufgaben stets vorbildlich ausgeführt. Auch habe sie vieles ehrenamtlich übernommen, was er lobend hervorhob. „Im Namen des Gemeinderates möchte ich dir meinen großen Dank aussprechen!“, sagte er und überreichte einen Präsentkorb und einen Blumenstrauß. Er wünschte eine schöne Zeit, viel Gesundheit und noch viele wunderbare Jahre. Mit einem bescheidenen Lächeln nahm Christa Probst die Geschenke und sagte: „Das hab ich ja gern gemacht, das passt schon!“ und freute sich über den Applaus der Gemeinderäte.
Fotos: Lisa Brem
Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.
Bild zur Meldung: Kämmerer Manfred Maier erläuterte dem Gremium die Haushaltssituation mit dem seit Jahrzehnten niedrigsten Schuldenstand.