Zu Besuch in der Heimat des Pfarrers

Prackenbach, den 30.​10.​2025

Zu Besuch in der Heimat des Pfarrers

Pater Johnson Kattayil organisierte 14-tägige Indienreise – 25 Prackenbacher waren mit dabei

 

Prackenbach/Massing/Indien. Neu Delhi, Taj Mahal, Teeplantagen und Cohin, die Heimat von Pater Johnson Kattayil: Ehemaliger Pfarrer von Prackenbach und Moosbach organisierte 14-tägige Indienreise und stellte seinen Begleitern seine Familie vor. Der nun in Massing eingesetzte Geistliche reiste mit 36 Urlaubern aus den beiden Pfarreien in sein Heimatland, zeigte ihnen weltbekannte Sehenswürdigkeiten und gab private Einblicke in das indische Leben.

 

Kürzlich machte sich eine Reisegruppe bestehend aus 25 Angehörigen der Prackenbacher und Moosbacher Pfarrgemeinde und elf der Massinger gemeinsam mit Pater Johnson Kattayil auf die Reise in dessen Heimatland, nach Indien. In akribischer Organisation hatte er eine eindrucksvolle Reiseroute geplant, die sowohl die weltbekannten Sehenswürdigkeiten und das Leben in den Metropolen, als auch die Natur und Einblicke in das Landleben und die Landwirtschaft vereinte.

 

Anfang Oktober ging es von München über Dubai nach Neu-Delhi, Indiens Hauptstadt. Gleich nach der Ankunft wurde bereits der erste Besichtigungspunkt angesteuert, der um 1200 n. Chr. erbaute Qutab Minar mit dem 72 Meter hohen Minarett. Am Flughafen wurde die Reisegruppe von Reiseleiter Satia empfangen. Während der Fahrzeit gab es interessante Infos für die Besucher über das Land:  1,4 Milliarden Einwohner, 65 Städte mit mehr als einer Million Einwohner, 25 Sprachen mit 4000 Dialekten. Und jede Menge Tuk Tuks. 9 Millionen fahren auf Indiens Straßen und prägen die Verkehrssituation, rund 120.000 allein im Großraum Neu-Delhi.

 

Bei strahlend blauem Himmel ließ sich die Reisegruppe am nächsten Morgen vom Lotustempel beeindrucken, ein 1986 für 10 Millionen Dollar erbauter Gebetsraum für bis zu 2.500 Gläubige aller Religionen, ebenso wie vom mit vielfältigen Ornamenten ausgestatteten Akshardham Tempel, dessen weitläufige Anlage ausschließlich mit Spenden finanziert worden war. Es folgten Details zur politischen Vergangenheit und ein Besuch des Raj Ghat, der Mahatma Gandhi Gedenkstätte. Eine Stadtrundfahrt, vorbei an den Regierungsgebäuden und dem India Gate, beendete den Aufenthalt in Neu-Delhi, bevor es weiterging nach Agra.

 

 

Taj Mahal besichtigt

 

Am nächsten Tag folgte für viele einer der Höhepunkte der Reise: der Besuch des Taj Mahal. Zunächst wurde die Festung in Agra besichtigt und ein erster Blick auf das 1648 erbaute Mausoleum geworfen. Am Nachmittag ging es vom Flughafen Agra aus in das etwa 2000 Kilometer südlicher gelegene Bangalore. 

 

Am Flughafen lernten die Reisenden ihren neuen Reiseführer Maik kennen und waren sich schnell einig, mit ihm einen Glücksgriff gemacht zu haben. Der 30-jährige Deutsch-Inder verwandelte die stundenlangen Busfahrten in ganz besondere Erlebnisse und vermittelte seinen Zuhörern tiefgründige Einblicke in das indische Leben. Bald war ein freundschaftliches Verhältnis entstanden, das den zweiten Teil der Reise bereicherte. Ein weiterer Begleiter schloss sich an: Pfarrer Deni, der Bruder von Pater Johnson Kattayil.

 

Überwältigt zeigten sich die Urlauber auf der Fahrt vom Flughafen nach Mysore: live Rushhour in der 14 Millionen-Metropole. Ein weiterer Höhepunkt folgte am nächsten Tag nach einem kurzen Abstecher zur Philomena Kirche: Der Maysurepalast verzauberte die Besucher mit seinem einzigartigen Flair. Im zweit berühmtesten Gebäude Indiens nach dem Taj Mahal wohnt noch heute ein Teil der Königsfamilie. Bei unüblich wenig Besucherandrang genoss man das majestätische Ambiente und tauchte in die indische Geschichte ein.

 

Mit dem Bus ging es in den nächsten Tagen durch ländlichere Gegenden Südindiens. Der Chamundeshwari Tempel auf den Chamundi Hügeln stand auf dem Programm, ebenso wie verschiedene Gewürzgärten, eine Teeplantage und das Naturschutzgebiet Muthanga.

 

Indischer Gottesdienst als unvergessliches Erlebnis

 

Ein eindrucksvolles Erlebnis war der sonntägliche Gottesdienst in der Judas Thaddäus Wallfahrtskirche von Wayanad: Eine Jugendgruppe überwältigte die Zuhörer mit ihren Gesängen, die beiden Pfarrer zelebrierten die Messe in indischer Sprache gemeinsam mit Ortspfarrer Roysen.

 

Weiter ging es Richtung Alleppey im hochmodernen Zug zum Vembana Lake, dem größten Binnensee Indiens. Rundum herrschen perfekte Bedingungen für den Reisanbau. Am Arabischen Meer erkundeten die Touristen anschließend zwei Tage lang Strände und erholten sich vom anspruchsvollen Programm der vergangenen Tage. Die letzte Station der Reise war Cochin, die Heimat von Pater Johnson.

 

Er zeigte seinen Begleitern das Modelldorf Kumbalangi, in dem interessante Einblicke in das Handwerk Indiens möglich waren, sowie den holländischen Palast und das jüdische Viertel mit der Synagoge. Familiär und persönlich geprägt war der letzte Reisetag: Die St. Mary UP School in Kumbalam wurde besichtigt und Pater Johnson stellte der Gruppe seine Familie vor. Mit herzlicher Gastfreundschaft wurden die Gäste von seinen Eltern aufgenommen. Pater Johnson erzählte in tiefen Gesprächen aus seiner Jugend und von seinem Glaubensweg, der ihn schließlich in die Diözese Regensburg geführt hatte. Freudig stellten sich alle zu einem Gruppenbild auf.

 

Der letzte Tag der Reise war geprägt von Wehmut über das Ende des unvergesslichen Erlebnisses wie auch von Vorfreude auf die eigene Heimat in Bayern. Stellvertretend für die ganze Reisegruppe sprach Josef Auer Dankesworte, lobte die beiden Reiseleiter Maik und Jackson sowie den Busfahrer für unfallfreie Fahrten. Vor allem hob er jedoch den Einsatz Pater Johnsons hervor, der sehr viel Zeit, Arbeit und Leidenschaft in die perfekte Organisation der Reise gesteckt hatte.

 

Pater Johnson schürte Hoffnung auf eine Wiederholung: 2027 soll voraussichtlich eine Reise auf die Insel Sri Lanka organisiert werden.

 

Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.

 

Fotos: Albert Hüttner

 

 

Bild zur Meldung: Zu Besuch in der Heimat des Pfarrers

Fotoserien


Zu Besuch in der Heimat des Pfarrers (30.​10.​2025)