Pferdetierärztin Dr. Regina Baum hat sich nahe Prackenbach mit mobiler Praxis angesiedelt

Prackenbach, den 26.​02.​2026

Familie, Leidenschaft und Beruf vereinen

Pferdetierärztin Dr. Regina Baum hat sich nahe Prackenbach mit mobiler Praxis angesiedelt

 

Prackenbach/Voggenzell. Mit warmherzigem Lächeln schreitet sie über den Hof, den Blick auf ihre Lieblinge gerichtet, die ihr vom Stall aus neugierig die Köpfe zuwenden. Sie hakt die Leine am Halfter ein, öffnet das schwere Tor und führt ihre Stute Giulia zum silbernen Kleinbus mit der Aufschrift „Dr. Regina Baum – Tierärztin für Pferde“. Gekonnt posieren die junge, hübsche Frau mit schulterlangen blonden Haaren und ihr Lieblingspferd für´s erste Foto. Regina Baum fährt mit der Hand durch die dunkelbraune Mähne: „Sie alle gehören für uns einfach zur Familie“, sagt sie und fügt schmunzelnd und mit vor Zuneigung funkelnden Augen hinzu: „Sogar mit in den Urlaub haben wir sie schon genommen!“ Die 42-Jährige hat sich im vergangenen Jahr mit ihrem Mann Oliver, ihren beiden Kindern, vier Pferden und zwei Hunden in Voggenzell bei Prackenbach im Landkreis Regen angesiedelt – außerdem inklusive: die mobile Pferdetierarztpraxis, die bald auch „stationäre“ Aufenthalte für tierische Patienten ermöglichen soll und damit die prekäre Abdeckung mit Landtierärzten in dieser Gegend entschärfen könnte.

 

Beim Klingeln an der Eingangstür des großen Holzhauses nahe der B 85 ertönt lautes Hundegebell. Zwei Boxer umkreisen stürmisch und Schwanz wedelnd und recken freundlich ihre Nasen. Regina und Olli Baum nehmen beide mit entschuldigendem Lächeln am Geschirr und zähmen sie etwas. „Der ist erst ein halbes Jahr alt… Rocky, Schluss jetzt!“ Man merkt: Auch Kira und Rocky gehören untrennbar mit dazu. Eben diese große tierische Familie ist einer der Hauptgründe, aus denen das Ehepaar die Entscheidung getroffen hat, von Vogtareuth in Oberbayern nach Voggenzell in Niederbayern umzuziehen. Trotz großem Kundenstamm und gut laufender, weithin bekannter Pferdetierarztpraxis, Schwerpunkt Zahnheilkunde.

 

„Wir waren auf der Suche nach einem Anwesen, das uns ermöglicht, Familie, Tiere und Beruf bestmöglich zu vereinen“, blickt Regina Baum auf die vergangenen Jahre zurück. Die Wahl fiel auf die leerstehende Holzvilla nahe Prackenbach, ihre Schwäche für die waidlerische, hügelige Landschaft hatten sie zuvor in einem Urlaub entdeckt. „Hier ist es perfekt für uns, Beruf und Familie können miteinander vereint werden!“, sagt die Tierärztin mit einem zufriedenen Lächeln. Die Infrastruktur durch die nahegelegene Bundesstraße sei passend für mobile Einsätze, therapeutisches Arbeiten am Hof sei bald durch eine geplante Halle möglich, der Familienalltag mit nahegelegener Grundschule in Prackenbach könne gut organisiert werden. Und für alle menschlichen und tierischen Familienmitglieder ist genügend Platz.

 

Regina Baum sieht ihren Mann mit vielsagendem Blick an. „Aber der wichtigste Grund, wieso all das hier funktionieren kann, ist er.“ Ohne die Unterstützung ihres Partners, der den Großteil seines Jobs im Homeoffice organisieren kann, wäre dieser Lebensentwurf nicht möglich. Olli Baum erwidert den Blick seiner Frau und lächelt sanft – die beiden sind ein eingespieltes Team, das ist unverkennbar. Familiär und beruflich.

 

In den Fußstapfen des Vaters

 

Schon in der frühen Kindheit sei für sie klar gewesen: „Ich werde Pferdetierärztin!“, erinnert sich Regina Baum. Ausschlaggebend dafür: „Eindeutig mein Papa!“ Seines Zeichens ebenfalls passionierter Pferdetierarzt. Aufgewachsen sei sie mit vier Geschwistern direkt bei der Tierärztlichen Klinik in Gessertshausen, habe von Anfang an dieses Leben kennen und lieben gelernt. „Auch die Kehrseite neben dem Luxus, ein Pony zuhaben. Ausmisten, sich einfach gut kümmern um die Lebewesen.“

 

Sie studiert Tiermedizin in Budapest in einem internationalen Studiengang, absolviert die zweijährige Assistenzzeit anschließend in der Pferdeklinik in Parsdorf. Ihren Schwerpunkt setzt sie auf Zahnheilkunde für Pferde und betreibt damit ab 2012 erfolgreich eine eigene Praxis in Vogtareuth. Mit dem Umzug nach Niederbayern habe sie jedoch ihren Kundenstamm dort nicht aufgegeben. Zweimal in der Woche stehe eine durchgeplante Oberbayern-Tour an, „dann beginnt der Tag für uns um 4.30 Uhr, wieder daheim bin ich erst spätabends. Olli managt zu Hause alles.“

 

Die Abdeckung mit Landtierärzten sei rudimentär: „Sie sind sehr gefragt, es gibt einfach nicht genug. Das ist schon ein Knochenjob, den man mögen muss.“ In jeglicher Hinsicht, wie Regina Baum den Kopf hin und her wiegend erklärt, körperlich, zeitlich und psychisch. Ein Kritikpunkt, den beide Ehepartner ankreiden, sei die unklare Organisation der Notdienste. Jeder Tierarzt müsse sich beteiligen, das stehe fest, doch genauere Richtlinien gebe es nicht. „Wir handhaben das so: Bis zu einer bestimmten Zeit ist das Handy eingeschaltet, danach wird per Band auf eine Tierklinik in der Umgebung verwiesen. Dort ist 24-7 jemand da.“ Auch wenn Olli Baum beruflich doch einmal ein paar Tage unterwegs ist, könne sie nicht einfach spontan nachts Notdienste fahren und ihre Kinder allein zu Hause lassen. „Das geht dann einfach nicht.“ Übernehmen müssten dann Kollegen oder Kliniken.

 

Bereits jetzt großer Kundenstamm

 

An dem neuen Wohnort hat sich bereits ein großer Kundenstamm aufgebaut, „so schnell hatten wir tatsächlich nicht damit gerechnet.“ Ein Beitrag in sozialen Medien Anfang des vergangenen Jahres habe sehr viele Klicks und Reaktionen nach sich gezogen, das habe einiges beschleunigt, wie Regina Baum glaubt. Der altmodische Weg der mündlichen Weiterempfehlungen aufgrund ihres Könnens habe nun auch begonnen und lasse die Kundschaft stetig wachsen. Was die größte Herausforderung am neuen Standort ist? Das Ehepaar sieht sich an, überlegt kurz. Dann beginnen beide zu lachen. Zaghaft: „Das kannst fast nicht schreiben, das soll nicht falsch verstanden werden, aber ist schon oft schwierig…“ Der Dialekt.

 

Terminanfragen, die telefonisch und „nebenbei“ im Tierarztalltag gestellt werden schreibe sie auf Zettel und sei schon oft überrascht gewesen, welche Abweichungen zwischen ihren Notizen und dem tatsächlichen Ortsnamen auf dem grünen Schild entstehen können. Doch glücklicherweise sei man heutzutage gut vernetzt, „bisher bin ich schlussendlich noch überall angekommen“, grinst sie. Zu schätzen wissen beide die herzliche und freundliche Mentalität der Menschen im Bayerischen Wald, betonen sie. Es gebe nur gute Erfahrungen.

 

Empfehlung: OP-Versicherung für Pferde

 

Rein beruflich stellt die Pferdetierärztin große Unterschiede zu Oberbayern fest: Während dort die meisten ihrer Kunden Sportpferde sei, in Ställen stände, eine OP-Versicherung habe und der Anteil an Schlachtpferden nur ein Prozent betrage, seien die meisten hier Freizeitpferde auf Weiden. „Da musste ich mich schon erst einmal daran gewöhnen, dass nicht alle Behandlungsmöglichkeiten aus Kostengründen ausgeschöpft werden können. Generell empfehle ich aber allen Pferdebesitzern eine solche Versicherung“, berichtet sie aus eigener Erfahrung. Eine Sehnenverletzung ihrer Stute, die in einer Klinik behandelt werden musste, habe sich vor einigen Jahren schnell auf einen sehr hohen Betrag summiert. Auch die auftretenden Krankheiten seien aufgrund der Unterschiede in der Haltung teilweise anders: Bei primärer Offenstallhaltung mit Weidegang stünden unter anderem Hautkrankheiten im Vordergrund, im Stall hingegen entwickle sich dafür eher Asthma und Ähnliches. „Jeder Vorteil bringt auch einen Nachteil mit sich“, sagt sie schulterzuckend.

 

Für die Zukunft stehen auf dem Hof weitere Projekte an, wie eine Therapiehalle oder ein witterungsgeschützter Behandlungsplatz, die ermöglichen sollen, Pferdepatienten auch für einige Tage „stationär“ unterzubringen, was sowohl Behandlungen als auch Organisation erleichtern soll. Und auch Kosten könnten gesenkt werden, denn wie hoch Fahrten abgerechnet werden müssen, sei genauestens vorgeschrieben, ebenso wie die Kosten einzelner Behandlungen. 

 

Eine Führanlage ist bereits auf dem Gelände integriert und kann dank rutschfester Kunststoffmatten bei jedem Wetter genutzt werden – bis auf Eis – um unter anderem mögliche Beeinträchtigungen in der Schrittfolge beobachten zu können. Während die Tierärztin deren Funktionsweise erklärt, wird sie sogleich von Pferden umringt, die sich eine Streicheleinheit sichern wollen. Sie lacht, tätschelt und liebkost Hälse und Köpfe ihrer Lieblinge. Die beiden Boxer streunen derweil fröhlich auf dem Hof herum. „Für mich sind meine Tiere Luxus, Leidenschaft – und Familie.“

 

Info:

Für Terminanfragen wird um Kontaktaufnahme per Mail () oder über das Kontaktformular auf der Homepage (www.dr-regina-baum.de) gebeten.

 

Fotos: Lisa Brem

 

Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt. 

 

Bild zur Meldung: Dr. Regina Baum, Pferdetierärztin mit Schwerpunkt Zahnheilkunde, hat sich im vergangenen Jahr mit mobiler Praxis und Familie in Voggenzell bei Prackenbach angesiedelt.

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