Im Gedenken an Richard König
Er lebte für seine Familie, seine Leidenschaft Tischtennis und seine Arbeit in der Gemeindeverwaltung
Moosbach. Der strahlende Sonnenschein stand im scharfen Gegensatz zum eisigen Wind, der am Freitagnachmittag rund um Moosbach die Wolken über den strahlend blauen Himmel blies und die schwarze Flagge vor der Pfarrkirche Sankt Johannes aufbauschte. Sie war gehisst worden zum Abschied von einem Menschen, der in der gesamten Gemeinde Prackenbach bekannt und beliebt gewesen war, sich seit vielen Jahren mit Engagement und Einfühlungsvermögen um die Angelegenheiten der Bürger, gerade in besonders freudigen und traurigen Lebensmomenten, angenommen hatte. Ganz plötzlich war Richard König am 18. März im Alter von nur 59 Jahren aus dem Leben gerissen worden. „Es war wie ein Stillstehen der kommunalen Familie, als uns die traurige Nachricht erreichte“, sagte Bürgermeister Andreas Eckl in seiner anrührenden Abschiedsrede beim Trauergottesdienst, die er zur Ehrerbietung des langjährigen Standesamtsleiters und Verwaltungsmitarbeiters vortrug.
Die Beisetzung hatte zuvor im engsten Familienkreis auf dem Friedhof stattgefunden. Zahlreiche Verwandte, Freunde und Bekannte waren gekommen, um Abschied zu nehmen. Die Sitzplätze in den Kirchenbänken reichten bei Weitem nicht aus, um allen Trauernden Platz zu bieten.
Gleich zu Beginn der Trauerfeier erschall mit dem „ewigen Lied“ von Haindling ein ergreifend von der Musikgruppe „Maurer“ aus Arnetsried interpretiertes Stück, das schwere Stille über die Trauergesellschaft senkte. „So wia de Wolken am Himmel weiterziehn, so kann man seinem Schicksal ned entfliehn“, erklangen die weisen Worte in zweistimmigem Gesang. „Es gibt a Freud am Leben, es gibt a viel Verdruss. Und wenn´s vorbei is, bleibt nur a letzter Gruß. Und koana woas, wos eam no alles bliad – ja so klingt´s auf dera Welt, des ewige Liad“, zogen die von Zither und Gitarre begleiteten Klänge durch das Gotteshaus.
Pfarrvikar Anton Kopp merkte in tröstenden Worten bei der Begrüßung an: „Auch wenn wir ihn nicht mehr sehen oder mit ihm sprechen können, so lebt er doch in unseren Herzen weiter!“ Am 30. September 1966 sei Richard König in Prünst als erstes Kind seiner Eltern Maria und Alois König geboren worden, gemeinsam mit seiner Schwester Ingrid im Elternhaus aufgewachsen. Schon früh im Leben habe er seine Leidenschaft für Tischtennis entdeckt, seit er zwölf Jahre alt war, habe der Sport einen großen Platz in seinem Leben eingenommen – bis zu seinem letzten Tag. Neben der sportlichen Erfüllung habe er durch Tischtennis auch viele seiner engsten Freunde gefunden, sei als Kassier im Tischtennisverein SpVgg Teisnach in der Vorstandschaft aktiv gewesen.
Stolzer Familienvater und Naturliebhaber
Sein beruflicher Weg beginnt mit einer handwerklichen Ausbildung zum Feinblechner bei der Firma Kugel in Viechtach. Richard König entschließt sich anschließend, das Abitur zu machen, sechs Jahre Dienst bei der Bundeswehr mit Stationierung in Feldkirchen folgen. In dieser Zeit lernt er auch seine große Liebe Roswitha kennen, die er im Dezember 1989 heiratet. Aus der Ehe, die von stetiger Liebe, Zusammenhalt und Ehrlichkeit geprägt ist, gehen zwei Töchter hervor, die der ganze Stolz des Familienvaters sind. Parallel zum Familienleben macht Richard in Cham am Finanzamt eine weitere Ausbildung zum Finanzwirt, arbeitet kurze Zeit in Zwiesel. 2002 steht der Sprung in die Verwaltung der Gemeinde Prackenbach an, aus der er seither nicht mehr wegzudenken ist: Seine wahre Berufung findet er dort als Standesbeamter.
Auch in seiner Freizeit lässt er sein Können und Wissen der Allgemeinheit zu Teil werden, engagiert sich im Krieger- und Soldatenverein Moosbach als Schriftführer und steht auch der Jagdgenossenschaft Moosbach mit Rat und Tat zu Seite. Erholung findet Richard König in der Natur, im Wald. Dieser ist sein Rückzugsort, dort genießt er die Stille, besinnt sich auf die wichtigen Dinge in seinem Leben. Richard König führt ein erfülltes Leben, liebt sowohl seine Familie als auch seine Arbeit, lebt in tiefer Verbundenheit zu seiner Heimat. Mit echter Lebensfreude setzt er sich stets für das Wohl anderer ein. „Er wird allen in liebevoller Erinnerung bleiben!“, beendete Anton Kopp den Rückblick auf das Leben des Verstorbenen. Voller Zuversicht wolle man glauben, dass er nun ein Teil des himmlischen Freudenfestes und an der Seite des Herrn sei und ihm dieser dies auch vertrauensvoll in der Stunde seines plötzlichen Todes zugeflüstert habe.
Begleitet wurde der Gottesdienst von ergreifenden und Mut machenden Liedern im Zweigesang, Klänge von Geige, Zither und Gitarre schufen eine melancholische, gleichzeitig würdevolle und heimelige Atmosphäre.
Bürgermeister hält Abschiedsrede
Am Ende der Trauerfeier trat Bürgermeister Andreas Eckl nach vorne, auch in Vertretung für den Krieger- und Soldatenverein und die Jagdgenossenschaft Moosbach, und sprach persönliche Abschiedsworte im Namen der Rathausverwaltung und der gesamten Gemeinde. Der unerwartete Abschied habe alle schwer getroffen, sagte er mit hörbar berührter Stimme. Durch seinen Arbeitsplatz sei Richard König so gut wie jedem Gemeindebürger bekannt gewesen, stets hinter der Glasfront am Eingangsbereich des Rathauses. Über fast 24 Jahre habe dieses gewohnte Bild dazugehört, sinnbildlich wie der Ball zu Richards Lieblingssport Tischtennis. Seine Aufgaben, wie die Leitung des Standesamts und auch die der Kommunalwahl, habe er nie als bloße Verwaltung verstanden, sondern als verantwortungsvolle, zutiefst menschliche Aufgabe. „Mit Würde, Respekt und Empathie hat er jede Begegnung geprägt!“
Eckl erinnerte sich an beruhigende Worte in angespannten Situationen oder ein freundliches, ab und zu auch etwas verschmitztes Lächeln, leisen Humor, der so manches Gespräch aufgelockert habe. „Diese kleinen, unscheinbaren Gesten sind es, die einen Menschen ausmachen – und die bleiben.“ Auch für die Arbeitskollegen sei Richard stets in sämtlichen Dingen ein geschätzter Ansprechpartner gewesen. Der plötzliche Tod reiße eine Lücke, die sich nicht einfach schließen lasse, nicht in den Abläufen der Verwaltung „und schon gar nicht in unseren Herzen!“
Das Leben sei ab und zu wie Tischtennis: Manchmal komme ein Schlag, auf den man nicht vorbereitet sei, zog er einen weiteren Vergleich. „Gefühlt hat Richard den letzten Ball gespielt – viel zu früh. Aber in unseren Herzen geht das Spiel weiter.“
Eckl sprach allen Angehörigen sein tiefstes Mitgefühl und das der gesamten Mitarbeiterschaft der Gemeinde Prackenbach aus und beendete seine Trauerrede mit den Worten: „Richard, ruhe in Frieden!“
Der Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.
Bild zur Meldung: Foto Kirche: Lisa Brem/Foto Richard König: privat