Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses Viechtafell mit Ehrengästen und offiziellem Akt – Anschließend Tag der offenen Tür

Prackenbach, den 23.​07.​2026

Bürgermeister Eckl: „Das hier ist gelebte Gemeinschaft!“ 

 

Viechtafell/Prackenbach. „Ein Gebäude muss man bauen – Gemeinschaft muss man leben!“ Mit diesem Satz fasste Bürgermeister Andreas Eckl gekonnt die über Jahre währende Zusammenarbeit der Viechtafeller Bürger zusammen, deren beeindruckendes Resultat am Sonntag mit Geistlichkeit und Ehrengästen offiziell eingeweiht wurde: die neue Dorfmitte für Jung und Alt mit Dorfgemeinschaftshaus, Holzbackofen und Naturspielplatz. Nach dem offiziellen Akt am Vormittag kamen am Nachmittag zahlreiche Besucher zum Tag der offenen Tür mit Kinderprogramm.

 

Das durch das ALE (Amt für Ländliche Entwicklung) mit 65 Prozent geförderte Projekt im Rahmen der Dorferneuerung hat durch das enorme ehrenamtliche Engagement der Dorfbewohner Bekanntheit in ganz Bayern erlangt. Die letztliche Fördersumme in Höhe von 130.000 Euro wurde fast ausschließlich für Baumaterialien verwendet, da sämtliche anfallenden Arbeiten von den Bürgern und lokalen Firmen, teils mit Unterstützung der Gemeinde, in ehrenamtlichem Einsatz geleistet wurden. Auch Materialspenden vor allem in Form von Holz senkten die Summe enorm.

 

Nach Sektempfang und ersten bewundernden Runden der Ehrengäste durch und um das Haus ergriff Florian Hackl, Vorsitzender des Dorfvereins Viechtafell, das Wort und begrüßte unter anderem Landrat Ronny Raith, Prackenbachs Bürgermeister Andreas Eckl, dessen Vorgänger Xaver Eckl, einige Bürgermeister der Nachbarkommunen sowie als Vertreter des ALE Niederbayern Dr. Christian Thurmaier (stellvertretender Abteilungsleiter), Projektleiter Sebastian Moßandl und Johann Edenhofer, zuständig für die behördliche Bauaufsicht, sowie sämtliche leitende und anpackenden Helfer, die in irgendeiner Weise am Gemeinschaftswerk beteiligt waren.

 

Pfarrvikar Anton Kopp erteilte Gottes Segen

 

Pfarrvikar Anton Kopp zollte hohe Wertschätzung: „Ihr habt hier Großartiges erschaffen!“ Er ging auf die wörtliche Übersetzung des Wortes Segen ein, was bedeute, jemandem Gutes zuzusagen. Und das könne jeder einzelne, einen Glückwunsch aussprechen, der Gott mit einbeziehe. Bezugnehmend auf das Dorfgemeinschaftshaus rief er genau dazu die Ehrengäste auf. Der Geistliche schritt anschließend durch die Räumlichkeiten und erteilte Gottes Segen in Form von Weihwasser und Weihrauch.

 

Weiterhin trat Thomas Vogl nach vorne, Mitglied der Vorstandschaft des Dorfvereins, der die Koordination der Arbeiten innehatte. Er blickte auf Jahre voller Planungen und Umplanungen, voller Hoffen und Bangen um die schlussendliche gemeindliche Zustimmung zurück. Nachdem das Grundstück 2015 von der Gemeinde erworben und zum Teil als kleines Baugebiet ausgewiesen worden war, startete man mit drei Planungsentwürfen eines Planungsbüros. Allesamt hochmodern und sehr aufwändig. Schnell folgte der zweite Anlauf mit den gleichen Maßen, dieser fand die Zustimmung der Dorfgemeinschaft, des ALE wie auch der Gemeinde. Doch die folgende Kostenschätzung von rund 360.000 Euro habe alle Beteiligten schockiert und zu einem ablehnenden Gemeinderatsbeschluss geführt, so Vogl. Dann sei man aktiv geworden in Sachen Alternativensuche. Von Dorfstadl über nur Dorfplatz bis hin zu Tiny House sei alles in Betracht gezogen worden. Ausschlaggebend sei die Stiländerung von Modern zu Bauernhaus gewesen, Großteil Holz, einfach und heimatnah – moderne Technik, doch ohne unnötigen Schnickschnack. Nach der Zustimmung von ALE und Gemeinde zum neuen Entwurf, der Zusage des ehrenamtlichen Einsatzes der Bürger und Schätzung von rund 130.000 Materialkosten habe es 2023 endlich geheißen: „Können wir das schaffen? Jo, wir schaffen das!“ Applaus aus den Reihen der Bürger folgte. Als „Gemeinschaftswerk mit vielen Zahnrädern“ bezeichnete der als inoffizieller Capo fungierende Thomas Vogl das Projekt und bedankte sich anschließend für die gute Zusammenarbeit mit ALE und Gemeinde sowie bei sämtlichen Helfern und Unterstützern, führte viele auch namentlich an und betonte, dass der jetzige Erfolg nur auf das starke Miteinander und den Einsatz jedes Einzelnen zurückzuführen sei.

 

Bürgermeister Andreas Eckl schloss sich den Dankesworten an und bezeichnete das Dorfhaus als wahren Akt gelebter Gemeinschaft. „Gut Ding will Weile haben“, blickte auch er auf die holprige Planungsphase zurück, doch das Ergebnis sei das „Prunkstück“ der Dorferneuerung geworden, für jegliche Art von Festivitäten für Jung und Alt sei man in Viechtafell nun gerüstet. „Was ihr hier geleistet habt, wird noch lange in aller Munde sein“, bezog er sich auch auf die Verwunderung seitens des ALE über die enorme ehrenamtliche Einsatzbereitschaft. Fast alles könne man kaufen, Zusammenhalt wie diesen jedoch nicht. Ausdrücklich hob er auch die Leistungen von Thomas Vogl hervor, „nicht Bob, der Baumeister, sondern Tom, das Organisationstalent!“ An Sebastian Moßandl überreichte Eckl stellvertretend für die tolle Zusammenarbeit mit dem ALE bei bereits mehreren Projekten in der Gemeinde ein Präsent und zeigte sich zuversichtlich, auch künftig Weiteres in Angriff zu nehmen.

 

Ronny Raith: „Ich bin begeistert!“

 

Schon alleine aus Neugierde sei es für ihn klar gewesen, heute dabei zu sein, betonte Landrat Ronny Raith. „Und ich bin begeistert!“ Der Gemeinschaftsleistung, die beispielgebend weit über die Landkreisgrenzen hinaus sei, gebühre „ganz, ganz großer Respekt“. Das Haus als neuer Dorfmittelpunkt stifte weitere Gemeinschaft für Jung und Alt und sei die Gewähr für die Zukunft, diese auch erhalten zu können. Raith überreichte als Zeichen der Anerkennung und Glückwünsche ein Glaskreuz an Thomas Vogl und Florian Hackl. 

 

Christian Thurmaier sprach stellvertretend für das ALE Lobesworte: So viel Einsatz habe er selten gesehen. In einer immer hektischeren und komplexeren Zeit hätten sich die Dorfbewohner einen Ort der Geborgenheit, des Rückzugs und gleichzeitig des Zusammenhalts und der Gemeinschaft erschaffen. Thurmaier bedankte sich bei einigen besonders tatkräftigen Unterstützern nochmals namentlich und bei allen, die in irgendeiner Weise am Projekt mitgewirkt hatten – auch vielen Damen, die im Hintergrund stets aktiv gewesen seien und unter anderem für Verpflegung gesorgt hätten. „Ihr könnt stolz auf das Erreichte sein – und ich bin stolz auf euch!“

 

Als letzter trat nochmals Florian Hackl mit namentlichen Dankesworten ans Rednerpult wie auch mit einem Rückblick auf die Dorferneuerung, die 2005/2006 unter dem damaligen Bürgermeister Xaver Eckl angeleiert wurde und in der Amtszeit von Andreas Eckl weitergeführt. Wer die wichtigsten Leute beim Projekt gewesen seien? „Wir alle!“

 

Zahlreiche Besucher beim Tag der offenen Tür

 

Nach viel Applaus für die Worte der Redner und die Gemeinschaftsleistung ging der Vormittag in den gemütlichen Teil über, es folgten gemeinsames Mittagessen, Austausch über die Maßnahme und gesellige Stunden. Am Nachmittag füllten sich die überdachten Plätze im Zelt, draußen wurden aufgrund des Besucheransturms noch weitere Bänke aufgestellt. Zahlreiche neugierige Gäste aus nah und fern strömten zum idyllisch gelegenen Dorfplatz inmitten der Natur, um das Werk der Bürger zu würdigen. Bei bester Verpflegung aus der reichhaltig bestückten Kuchen- und Tortentheke, Sengzelten aus dem Holzbackofen und deftigen Grillschmankerln verbrachten die Erwachsenen einen gemütlichen Nachmittag. Die Kinder testeten die neuen Spielgeräte auf dem naturnah angelegten Spielplatz, spielten Fußball und nahmen ganz begeistert am Kinderprogramm teil. Es durften Steine bemalt werden, beim Glücksrad gab´s tolle Preise zu gewinnen und ein Stand mit Glitzertattoos sorgte für jede Menge Freude. In einem Malwettbewerb konnten Bilder des Dorfhauses gestaltet werden. Bis zum Abend herrschte reger Betrieb auf dem neuen Dorfmittelpunkt – ein mehr als würdiger Auftakt für alle kommenden Veranstaltungen, die dort stattfinden werden.

 

 

 

Bilder: 

 

1: Am Sonntag kamen zahlreiche Besucher zum Tag der offenen Tür im Rahmen der Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses nach Viechtafell.

 

2: Beim offiziellen Akt: Bürgermeister Andreas Eckl (v.l.), Dr. Christian Thurmaier, Sebastian Moßandl, Johann Edenhofer (alle drei ALE), Thomas Vogl, Pfarrvikar Anton Kopp, Florian Hackl und Landrat Ronny Raith.

 

3: Pfarrvikar Anton Kopp erteilte dem Gemeinschaftsprojekt Gottes Segen.

 

4: Bürgermeister Andreas Eckl (r.) bedankte sich bei Sebastian Moßandl vom ALE für die gute Zusammenarbeit bei bereits mehreren Projekten.

 

5: Landrat Ronny Raith überreichte als Anerkennung für den enormen ehrenamtlichen Einsatz der Bürger ein Glaskreuz an Florian Hackl (l.) und Thomas Vogl (r.).

 

6: Am Nachmittag freuten sich viele Kinder über ein abwechslungsreiches Programm mit Glücksrad, Malwettbewerb, Glitzertattoos und Steine bemalen.

 

Fotos: Lisa Brem

Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem erstellt und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.

 

Bild zur Meldung: Beim offiziellen Akt: Bürgermeister Andreas Eckl (v.l.), Dr. Christian Thurmaier, Sebastian Moßandl, Johann Edenhofer (alle drei ALE), Thomas Vogl, Pfarrvikar Anton Kopp, Florian Hackl und Landrat Ronny Raith.

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Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses Viechtafell (23.​07.​2026)