„Gretl hat ein Stück Gemeindegeschichte mitgeschrieben!“

Moosbach, den 17.​09.​2026

Ergreifender Trauergottesdienst für Margarete Holzfurtner aus Moosbach – Bürgermeister berührt mit persönlichen Abschiedsworten

 

Moosbach. An zahlreichen Trauergottesdiensten hat sie selbst teilgenommen, zahlreichen Leben hat sie in letzten Rückblicken Ehrerbietung erwiesen. Nun ist die Zeit gekommen, auch von ihr Abschied zu nehmen, einer festen Größe im öffentlichen Leben der Gemeinde Prackenbach wie auch in der Berichterstattung der Lokalzeitungen: Am 3. September ist Margarete Holzfurtner – weithin bekannt als „Gretl“ – im Alter von fast 86 Jahren verstorben. Am vergangenen Samstag haben ihr in der Moosbacher Pfarrkirche Sankt Johannes zahlreiche Angehörige, Freunde, Bekannte und Vereinsvertreter beim Trauergottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung die letzte Ehre erwiesen.

 

Vier Geistliche zelebrierten den feierlichen Gottesdienst, Pfarrvikar Anton Kopp, der ehemalige Moosbacher Pfarrer Josef Drexler, Diakon Martin Peintinger aus Altrandsberg sowie der Neffe der Verstorbenen, Pfarrer Josef Weindl aus Neutraubling. Mit anrührendem Gesang und Begleitung am E-Piano und der Kirchenorgel untermalte Kirchenmusikerin Steffi Heelein.

 

Nach Mitgefühlsbekundungen in Richtung der Angehörigen bezeichnete Pfarrvikar Anton Kopp das Leben als zerbrechliches Gefäß, in dem ein Schatz, der Glanz des göttlichen Lebens, verborgen liege. Von der Zerbrechlichkeit zeuge der unausweichliche Tod, doch durch ihn komme das ewige Leben ans Licht, das die verstorbene Margarete Holzfurtner nun an der Seite Gottes verbringen möge.

 

Er blickte auf ihr Leben zurück: Margarete Holzfurtner wurde als elftes Kind in Hinterberg bei Altnußberg geboren und wuchs mit neun Geschwistern auf dem elterlichen Hof auf, eines ihrer Geschwister verstarb bereits im Kindesalter. Auch ihre Mutter verstarb früh. Sie besuchte die Schule der Franziskanerinnen in Dillingen und erreichte dort den mittleren Bildungsabschluss.

 

Freie Mitarbeiterin aus Leidenschaft

 

1963 heiratete sie Johann Holzfurtner aus Moosbach, aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, fünf Enkel und drei Urenkelkinder gehören mittlerweile ebenfalls zur Familie. Bis zum Renteneintritt 1995 betrieb Margarete Holzfurtner ein Lebensmittelgeschäft in Moosbach. Dann suchte sie sich eine neue Aufgabe, die bald zur Leidenschaft wurde: die freie Mitarbeit bei den Lokalzeitungen. Außerdem wirkte sie viele Jahre lang als Lektorin in der Kirchengemeinschaft mit und war Gründungs- und Vorstandschaftsmitglied des Gartenbauvereins Moosbach.

 

Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Familie, als 2014 der geliebte Ehemann, Vater und Großvater Johann Holzfurtner verstarb. Seine Frau fand Halt bei ihren Töchtern und Angehörigen wie auch in ihrer passionierten Schreibtätigkeit, im Rahmen derer sie viel unterwegs war, am gesellschaftlichen Leben teilnahm und dieses für die Nachwelt in Wort und Bild festhielt. 2020 erkrankte sie selbst schwer, war lange Zeit im Krankenhaus und hatte mit den gesundheitlichen Folgen der Corona-Erkrankung zu kämpfen. Auch deshalb nahm ihre Tochter Gisela sie zu sich und kümmerte sich fürsorglich und liebevoll. Die Pflege und Gesellschaft taten Margarete Holzfurtner sehr gut, sie schrieb weiterhin leidenschaftlich in ihr Tagebuch und entdeckte auch neue Beschäftigungen, strickte und malte sehr gerne. Im Oktober 2025 zog sie ins Pflegezentrum des BRK in Viechtach, wo sie am 3. September im Beisein ihrer Töchter entschlafen durfte.

 

Am Ende des Gottesdienstes trat Bürgermeister Andreas Eckl an den Ambo und sprach persönliche Abschiedsworte, an die Frau, die Ehrenbriefträgerin, die über viele Jahre das Leben in der gesamten Gemeinde dokumentiert hatte. Sie sei weit mehr als eine Berichterstatterin gewesen, eine feste Größe im Gemeindeleben: „Wo etwas los war – Gretl war zur Stelle. Mit ihrer Kamera, ihrem Spiralblock und ihrem ganz besonderen Gespür für das Wesentliche. Gretl war unsere rasende Reporterin.“

 

Bürgermeister: „Gretl war unsere rasende Reporterin!“

 

Nicht nur kurz, häufig stundenlang sei sie präsent gewesen, habe mit Stenografie, die als ihr Markenzeichen galt, Notizen gemacht. Dabei habe sie sich nicht nur auf schöne Bilder und kurze Berichte beschränkt, sondern sich für die Menschen und Themen hinter dem Geschehen interessiert. Eckl hob auch den „ganz besonderen Draht“ hervor, den Margarete Holzfurtner zu den gemeindlichen Vereinen und Gruppierungen pflegte: „Sie gab den vielen ehrenamtlich tätigen Menschen in unserer Gemeinde eine Stimme und ein Gesicht!“

 

Eine Selbstverständlichkeit bei Gretl: „Sie sagte nie Nein.“ Auch wenn mehrere Termine gleichzeitig anstanden, lange fragen habe man nie gemusst, sich einfach darauf verlassen können. „I kimm scho, brauchts eng ned kümmern!“, habe es nur geheißen. Dieser Satz bleibe in Erinnerung, ebenso wie: „Mei, wenn i des scho wieder alles geschrieben hätt´!“ So manch einer werde diese Aussagen im Geiste hören, wenn er bei Veranstaltungen Ausschau hält nach Gretl, die aufmerksam beobachtet, Notizen macht und damit ein Stück Gemeindegeschichte mitschreibt.

 

Für ihre Zuverlässigkeit, ihre besonderen Verdienste rund um die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Prackenbach sei sie 2020 mit dem Ehrenbrief der Gemeinde ausgezeichnet worden, „als Wertschätzung für all das, was sie über viele Jahre für unsere Gemeinde geleistet hat“, so der Bürgermeister.

 

„Dein Spiralblock ist nun geschlossen, die Kamera bleibt still. Aber die vielen Geschichten, die du festgehalten hast, werden weiterleben.“ Eckl sprach den Angehörigen sein tiefstes Mitgefühl aus und richtete seine letzten Worte an die Verstorbene: „Liebe Gretl, du hast so vieles für andere aufgeschrieben. Heute schreiben wir ein letztes Mal ein paar Zeilen für dich. Wir sagen Danke. Und wir sagen Lebewohl. Ruhe in Frieden.“

 

Der Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.

 

Bild zur Meldung: Bürgermeister Andreas Eckl sprach ergreifende Abschiedsworte.