Der „Geist“ des alten Bahnhofes lebt weiter
Eröffnungsfeier des Ferienbahnhofes Fichtental – Bürgermeister und Nachfahrin der ehemaligen Eigentümer begeistert vom Charme der neuen Urlaubsresidenz
Fichtental/Prackenbach. Die historischen Bahnhofsfenster sind ein erster Blickfang beim Rundgang. Sie zieren nun den Eingangsbereich des kernsanierten Gebäudes und sind bestückt mit Bildern aus vergangenen Zeiten und antiken Dokumenten, zeigen die Wandlung zur Moderne auf, die das geschichtsträchtige Bauwerk in den vergangenen Jahren erfahren hat. Am Freitagvormittag hat im Rahmen einer kleinen Feier die offizielle Eröffnung des Ferienbahnhofes Fichtental stattgefunden. Auch Bürgermeister Andreas Eckl gratulierte zum „genialen“ Abschluss des Familienprojektes Kraus und Holzfurtner.
Zwei Jahre harte Arbeit haben Roland Kraus und Sandra Holzfurtner gemeinsam mit Sohn Alex Holzfurtner und dessen Freundin Verena Daiminger investiert und das historische Bahnhofsgebäude direkt am Radweg, wo ehemals die Gleise verliefen, zu einer Urlaubsresidenz mit sechs Ferienwohnungen mit Whirlpools und Saunen umgebaut. Der wichtigste Orientierungspunkt dabei: den altertümlichen Charme zu erhalten. Und damit den Wunsch der ehemaligen Eigentümer weiter zu tragen.
Tochter der ehemaligen Eigentümer war erster Gast
Aus diesem Grund war die Familie Holzfurtner/Kraus vor rund zwei Jahren auch als Käufer ausgewählt worden, wie Sabine Kirchner erzählt. Sie war als Tochter des Eigentümer-Ehepaares Kirchner einer der Erben und erinnert sich noch an das Kennenlernen und den ersten Besichtigungstermin. Trotz vieler weiterer Interessenten habe sie bei Alex und seinen Eltern das beste Gefühl gehabt – und das habe sie nicht enttäuscht. Bereits beim ersten Rundgang sei zu spüren gewesen: „Die meinen´s wirklich ernst!“ Ideen seien nur so herausgesprudelt, die Sabine Kirchner und ihren Lebensgefährten Frank Behrens überzeugt hätten. „Der alte Bahnhof erstrahlt nun in neuem Glanz und ist in der Modernität angekommen“, freut sich die Nachfahrin – die als erster Gast schon die vergangene Woche in der Urlaubsresidenz verbringen durfte. „Wir haben uns sehr über die Einladung gefreut“, sagt sie und berichtet von wunderbaren Eindrücken. „Hier findet man als Urlauber genau das, was man braucht: Ruhe, Natur, nette Menschen. Es ist nicht nur eine Ferienwohnung, sondern ein Lebensort. Alles wurde mit so viel Liebe ausgestattet, als ob die Familie hier selbst leben möchte!“
Besonders freut sie sich, dass der „Geist des alten Bahnhofes“ weiter hier wohnt. Als einen Ort der Ruhe, vereint mit einem Ort des Willkommens, bezeichnet sie ihn. „Das gehört zur Seele eines Bahnhofes dazu, Menschen dürfen hier ankommen: Ein Kommen und Gehen, hier entstehen Beziehungen.“ Das sei ganz im Sinne ihres Vaters, der das Gebäude um 1980 als Ruhesitz erworben und umgebaut habe. Viele Sommer habe sie selbst in Fichtental verbracht. Eines ihrer Lieblingsdetails ist die alte Treppe, die nach wie vor in den ersten Stock führt. Sie habe sich sehr über deren wunderbare Restauration gefreut und natürlich die Wohnung gewählt, in der auch ihre Eltern als erstes gelebt hatten. „Wir werden den Ferienbahnhof als Urlaubsziel überall weiterempfehlen und auf jeden Fall regelmäßig wieder kommen“, sind sich Sabine Kirchner und Frank Behrens einig und machen es sich auf der alten Bank des Vaters gemütlich, auf der schon er die Idylle in Fichtental genossen hat. Sie wird immer einen Ehrenplatz auf dem Areal haben.
Die neuen Eigentümer freut die positive Kritik sichtlich, das „Nein“ zu einer Wiederholung eines solchen Großprojektes bleibt jedoch bestehen. Zu groß seien die Anstrengungen gewesen, zu viel Zeit habe es ihnen allen abverlangt. Sandra Holzfurtner, die sich nach Fertigstellung der „Grobarbeiten“ unter anderem der abschließenden Dekoration angenommen hat, erzählt mit hochgezogenen Augenbrauen und erschöpftem Grinsen von tagelangem „autoweisen“ Heranschaffen von Dekoartikeln, die den gemütlichen Landhaus-Charme der Ferienwohnungen nun abrunden.
Viel Lob bei Eröffnungsfeier im kleinen Kreis
Alle geladenen Gäste der Eröffnungsfeier, zu denen neben Bürgermeister Andreas Eckl unter anderem Planer, Handwerker und sonstige am Projekt Beteiligte gehörten, zeigten sich begeistert. Eckl, der sich bei der Führung vor allem von den zahlreichen Altholzbalken und den vielen aus der früheren Zeit erhaltenen Details beeindruckt zeigte, überreichte im Rahmen einer Ansprache einen Geschenkkorb mit Brot, Salz und Weihwasser – auch Hochprozentiges durfte nicht fehlen, getoppt vom Gemeindewappen als Glasdekoration. Er freute sich über die enorme Aufwertung des Tourismus in der Gemeinde Prackenbach, „darauf sind wir sehr stolz!“ An diesem Projekt Ferienbahnhof sehe man, dass nicht immer alles „platt gemacht“ werden müsse, auch aus alter Bausubstanz könne Geniales entstehen. „Der Mix aus Alt und Neu ist zu 100 Prozent schlüssig!“ Auch Roland Kraus ergriff kurz das Wort und bedankte sich bei allen, die in irgendeiner Weise beteiligt waren.
Die Buchungen der Ferienwohnungen seien ab dieser Woche möglich, wie er erklärte. Bald werde die Anlage unter anderem noch durch ein Chalet ergänzt, komplett aus Altholz und in alt-urigem Stil mit Holzofen und Emaille-Geschirr. Außerdem werde ein E-Bike-Verleih angeboten, passend zur Lage am Radweg, auch für Einheimische.
Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.
Bild zur Meldung: Bei der offiziellen Eröffnung: Bürgermeister Andreas Eckl (v.r.), Roland Kraus, Alex Holzfurtner, Sandra Holzfurtner, Sabine Kirchner und Frank Behrens.








