Aus der Gemeinderatssitzung vom 30.10.2025
Gemeinderäte sehen Wärmeplanung skeptisch
Vorwurf der „Steuergeldverschwendung“ – Trotzdem Zustimmung zu Vergabe der Planungsleistungen im Rahmen der ILE Donau-Wald
Prackenbach. Einige sehr kritische Stimmen erhoben sich am Donnerstagabend im Sitzungssaal des Prackenbacher Rathauses, als es um das Thema „Kommunale Wärmeplanung“ ging. In der öffentlichen Sitzung sollte die Beauftragung der Planungsleistung beschlossen werden.
Durch das Wärmeplanungsgesetz sei Kommunen vorgeschrieben, anhand der sogenannte „Wärmeplanung“ zu ermitteln, ob auf kommunaler Ebene bei der Erzeugung sowie der Versorgung mit Wärme ein Beitrag zur Umstellung auf erneuerbare Energien möglich sei. Die Wärmeplanung soll auch aufzeigen, ob bis 2045 eine unter anderem nachhaltige, bezahlbare und treibausneutrale Wärmeversorgung realisierbar sei.
Im Rahmen der „Wärmeplanung“ wird der Ist-Zustand der aktuellen Wärmeerzeugung ermittelt, so die Erklärung von Bürgermeister Andreas Eckl. Dies passiere auf Rechenmodellen und deshalb ein Stück weit „pauschal und ob das nachher Sinn macht, weiß ich nicht“, nahm auch er eher eine kritische Sichtweise ein. „Einigermaßen stimmen die Ergebnisse nachher aber schon.“ Bis spätestens August 2028 sei es für Gemeinden in der Größenordnung Prackenbachs verpflichtend, die Pläne vorzulegen. Man habe sich auf interkommunaler Ebene bereits getroffen und im Rahmen der ILE Donau-Wald Angebote von Planungsbüros angefragt. Durch eine gemeinsame Planung ließen sich Synergieeffekte bei einzelnen Planungsschritten realisieren und somit pro Gemeinde rund 4.000 Euro an Planungskosten sparen.
Außerdem gebe es beträchtliche Zuschüsse: Die Kosten für die Planungen betragen im Falle der Gemeinde Prackenbach 24.000 Euro, der Zuschuss des Freistaates Bayern 41.000. Denn die Differenz soll den entstehenden Verwaltungsaufwand in der Gemeinde ausgleichen.
Nach Nennung der Zahlen folgten einige skeptische Wortmeldungen, Michael Kellermeier nannte diese Summen „Steuergeldverschwendung“, auch Johann Thurnbauer äußerte sich ähnlich und rechnete auf alle Kommunen hoch, welche Millionenbeträge dies für den Freistaat bedeute. Unter anderem Mirko Penzkofer bezweifelte, „dass da viel rauskommen wird“. Auch Bürgermeister Eckl stimmte dem zu, bei einem Treffen mit dem Planungsbüro im Vorfeld habe man bereits geschätzt, dass 90 Prozent der Versorgung dezentral bleiben würden.
Außerdem merkte er an, dass er die Kommunikation mit der Bevölkerung diesbezüglich kritisch sehe: „Wärme wird nicht kommunal werden!“ Bei Bereichen wie Wasser, Kanal oder Strom sei zwar die Versorgung gebündelt worden, der Bereich Wärme werde jedoch vorwiegend dezentral bleiben.
Eher skeptisch, doch mit dem Tenor „Kommen wird das sowieso!“, den Thurnbauer äußerte, stimmte das Gremium mit sieben zu vier für die Vergabe der Planungsleistung.
Fachbüro wird Gebühren für Trinkwasser und Entwässerung kalkulieren
Gemeinderat beauftragt externen Dienstleister für die Kalkulation der Jahre 2027 bis 2030
Prackenbach. In der öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend haben die Prackenbacher Gemeinderäte entschieden, die Gebührenkalkulation für die Trinkwasserversorgung sowie die Entwässerungseinrichtung für die Jahre 2027 bis 2030 durch ein externes Fachbüro vornehmen zu lassen.
Der Ablauf sei bereits in der Vergangenheit so gewesen, wie Bürgermeister Andreas Eckl erklärte. Man sei recht zufrieden gewesen, daher schlage er vor, auch für die kommenden Jahre entsprechend zu verfahren. Das Fachwissen und die Expertise des Fachbüros sei, ergänzt durch die nicht unerhebliche Zuarbeit durch die Verwaltung, so die Erfahrung der Vergangenheit, Garant für eine auch in der Bevölkerung durchwegs akzeptierte Gebührenkalkulation.
Die Kosten belaufen sich pro Kalkulation auf rund 5000 Euro zuzüglich etwaigem Aufwand für Vor-Ort-Termine wie beispielsweise der Vorstellung und detaillierten Erläuterung im Gemeinderat.
Das Gremium stimmte zu, das bisherige Büro auch weiterhin mit der Aufgabe der Kalkulation zu beauftragen.
Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt
Bild zur Meldung: Für eine kritische Diskussion sorgte in der öffentlichen Sitzung des Prackenbacher Gemeinderates das Thema „Kommunale Wärmeplanung“.








