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Kontrast zwischen Weihnachtsstimmung und Thema Machtmissbrauch

Prackenbach, den 05.​01.​2026

Ergreifendes musikalisches Abendlob in Prackenbach zum Tag der unschuldigen Kinder – Vier Organisten präsentierten umfassendes Programm

 

 

Prackenbach. Stimmungsvoll, ergreifend, wachrüttelnd – am vergangenen Sonntagabend war die Pfarrkirche Sankt Georg in Prackenbach erfüllt mit Klängen, Gesängen und Worten, die zum einen die andächtige Besinnlichkeit der Weihnachtszeit eröffneten, gleichzeitig stetigen Bezug nahmen auf das in der Welt herrschende Leid. Dieser Kontrast berührte die Zuhörer beim musikalischen Abendlob zum Tag der unschuldigen Kinder und zeigte auf, wie wertvoll die Weihnachtszeit ist, wie wir sie erleben dürfen. Vier Prackenbacher Organisten, Anette Kufner, Hans Preiß, Christian Fischl und Organisatorin Ulrike Altmann, hatten sich wieder zusammengetan und ein umfassendes Musikprogramm vorbereitet.

 

Im wunderschön dekorierten Gotteshaus erschall zunächst die Orgel, gespielt von Anette Kufner, die „Fantasie in f“ von W.A. Mozart interpretierte. Pfarrer Werner Konrad hieß alle willkommen, um nach den Weihnachtstagen wieder zu sich selbst und zum eigentlich Wichtigen zu kommen. Dann ergriff Organisatorin Ulrike Altmann das Wort, begrüßte alle und ging auf das Thema des Abendlobes ein, dem Tag der unschuldigen Kinder, der auf die Tötung der Neugeborenen von Herodes zurückgeht. Getrieben von der Angst um seine Macht habe er Entscheidungen getroffen, die uns noch heute erschreckten: „Unschuldige Kinder sterben, weil ein Erwachsener seine Macht sichern will.“ Sie spann Bezüge zum heutigen Leben und verglich beispielsweise elterliches Verhalten auf Kosten der Kinder oder auch Machtstreben und Kontrolle im Beruf mit der damaligen Situation. Oft seien es auch heute die Unschuldigen, die darunter litten und als Folge davon, „Menschen, die sich anpassen, um keinen Ärger zu machen.“ Gleichzeitig ging Ulrike Altmann auf das Handeln von Maria und Josef ein, die das Leben ihres Kindes über Bequemlichkeit und Sicherheit stellten und rief auf, sich so zu verhalten: „Nicht alles festhalten, nicht jede Macht verteidigen, sondern das schützen, was verletzlich ist.“

 

Im Folgenden thematisierten verschiedene Texte, Lieder und Musikstücke eben diese Themen. Unter anderem sang Hans Preiß im Lied „Weihnachten 1915“ von dem spontanen Weihnachtsfrieden, der im Ersten Weltkrieg 1914 die Welt erstaunt hatte: Soldaten an der Front und in Schützengräben, die für einige Stunden aus eigenem Entschluss die Waffen niederlegten, sich verständigten und gemeinsam das Weihnachtsfest begingen. Ulrike Altmann, die am E-Piano begleitete, hatte den ursprünglich englischen Liedtext auf Deutsch umgeschrieben, das Publikum lauschte ergriffen und berührt den musikalischen Schilderungen, die immer wieder Elemente aus dem Lied „Stille Nacht“ replizierten. Hans Preiß gab weiterhin Stücke wie „Sound of Silence“, „In the bleak midwinter“ und „The first Noel“ an der Orgel zum Besten.

 

Anette Kufner berührte unter anderem mit einem gesungenen und an der Orgel von Christian Fischl begleiteten „Oh du liebes Jesuskind“, im Duett mit Hans Preiß und begleitet von Christian Fischl mit „Engel singen Jubellieder“ und „Air“ von J.S. Bach an der Orgel.

 

Christian Fischl zeigte ebenfalls sein Können auf der Sandtner-Orgel und brillierte mit mal enthusiastischen, mal einfühlsamen und emotionalen Klängen bei Stücken wie „Pastorale“ von G.F. Händel oder „Kommst du nun, Jesu, vom Himmel herunter“ von J.S. Bach.

 

Ulrike Altmann trug zwischen den Musikstücken immer wieder berührende Texte vor wie unter anderem ein Gedicht vom verstorbenen Heimatdichter Franz Mothes über die unschuldigen Kinder, begleitete gesangliche Darbietungen und trat auch selbst Solo ans E-Piano beim Stück „Schicksal“ von Jens Rupp. Das Thema des Gegensatzes zwischen Unfrieden und Macht und der Liebe und Freude in der Weihnachtszeit zog sich durch das komplette Programm.

 

Am Ende bedankte sich die Organisatorin bei allen, die sie unterstützt hatten und ihre wertvolle Zeit für das Abendlob geopfert hatten, vor allem bei den vier Organisten, Pfarrer Konrad, den beiden Mesnerinnen Gerlinde Zweck und Thekla Holzapfel, Helmut Schedlbauer sowie Pfarrgemeinderatssprecherin Margit Eidenschink. Ebenso dankte sie augenzwinkernd ihrem Mann dafür, dass er ihre Nervosität bei den Vorbereitungen so gut ausgehalten hatte. Auch Pfarrer Konrad sprach Dankesworte an die hervorragende Organisation der Veranstaltung. Es wurden Präsente übereicht und ein kräftiger Applaus honorierte die Leistungen der Akteure.

 

Nach dem Schlusssegen schloss sich noch ein von den vier Organisten gemeinsam gestaltetes „Heilige Nacht“ von J.F. Reichardt an, danach waren alle noch ins Pfarrheim und Bürgerhaus zu Stollen und Glühwein eingeladen. Auch dort wurden weitere Dankesworte, unter anderem an Peter Schötz, gesprochen und Präsente an die Organisten überreicht.

 

BU´s:

1: Pfarrer Werner Konrad war voll des Lobes für die wunderbare Organisation des Abendlobes in der Prackenbacher Pfarrkirche und die Leistungen der vier Organisten.

2: Organisatorin Ulrike Altmann hieß alle willkommen und trug zwischen den musikalischen Darbietungen immer wieder berührende Texte vor.

3: Am Sonntagabend veranstalteten die vier Organisten Hans Preiß (v.l.), Organisatorin Ulrike Altmann, Anette Kufner und Christian Fischl ein ergreifendes musikalisches Abendlob in der Prackenbacher Pfarrkirche.

Fotos: Margit Eidenschink

 

Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.

 
 

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