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Gottesdienste zu Gründonnerstag und Karfreitag – Osternacht und Familiengottesdienst mit Ostereiersuchen

Prackenbach, den 08.​04.​2026

Prackenbach. Zahlreiche Gläubige haben in der Pfarrkirche Sankt Georg in Prackenbach an den Gottesdiensten rund um das Hochfest Ostern teilgenommen, den Leidensweg Jesu begleitet und freudig seine Auferstehung gefeiert. Pfarrvikar Anton Kopp und Ruhestandspfarrer Alexander zelebrierten feierliche, anrührende Messen, am Ostermontag gestaltete Nicola Wittman mit vielen Kindern einen Familiengottesdienst.

 

Am Gründonnerstag zogen die beiden Geistlichen gemeinsam mit dem Ministranten ins Gotteshaus ein. Die musikalische Gestaltung übernahm die Gruppe „HARMonie“ mit ergreifenden Stücken. Anton Kopp erklärte eingangs, dass Gründonnerstag der Ursprung jeder Eucharistiefeier sei. An den folgenden Tagen begleiteten wir das Leiden Jesu, doch dies gipfele in der Auferstehung, die Hoffnung für die Welt schenke. Es folgte das feierliche Gloria an der Orgel, die anschließend verstummte, ebenso wie die Kirchenglocken. Mit Ratschen erinnerten die Ministranten an die Schläge, die Jesus erleiden musste. Die Lesungen übernahmen Hedwig Penzkofer und Margit Eidenschink. Nach dem Evangelium durch Pfarrer Alexander ging Pfarrvikar Kopp auf den Jünger Judas ein.

 

Dieser habe eine rätselhafte Nebenrolle inne. Er gelte als der klassische Verräter, der Jesus ausgeliefert habe, sei ein Außenseiter gewesen, doch Jesus habe ihm vertraut. Hat er seinen Glauben nur vorgetäuscht? Wäre es ohne ihn nicht zur Kreuzigung gekommen? Alles könne nicht an einer einzigen Person hängen, Judas sei nur der ideale Sündenbock gewesen. Er zählte mehrere Situationen mit Verfehlungen anderer Jünger auf. Für uns sei dies eine Heilsgeschichte, Schwächen seien menschlich, das nehme uns den Druck, perfekt sein zu müssen.

 

Die Fürbitten übernahm Hedwig Penzkofer. Am Ende des Gottesdienstes wurden die Hostien aus dem Tabernakel in ein Gefäß am linken Marienaltar gebracht und der Altar leergeräumt als Zeichen der Schwere des Leidens Jesu Christi. Es schloss sich eine Gründonnerstagsandacht an, bei der gemeinsam gesungen und gebetet wurde.

 

Stiller Einzug am Karfreitag

 

Am Karfreitag stand der Gekreuzigte im Mittelpunkt. In einem stillen Einzug traten die Geistlichen im Gotteshaus nach vorne, es folgten die Kniebeuge und stilles Gebet. Nach der Lesung durch Helga Schnitzbauer lasen Pfarrer Alexander, Thekla Holzapfel und Gerlinde Zweck die Johannespassion, dazwischen sang der Kirchenchor unter Leitung von Ramona Preiß-Höcherl und an der Orgel begleitet von Hans Preiß stimmungsvolle Lieder.

 

In seiner Predigt ging Pfarrvikar Kopp auf eine weitere geheimnisvolle Nebenfigur ein, einen namenlosen Jünger, der Jesus sehr nahe gestanden habe. Dieser werde beim Abendmahl, bei der Kreuzigung und nach der Auferstehung im leeren Grab erwähnt. Zwischen ihm und Jesus sei das starke Band der Nächstenliebe gewesen, die tiefe vorbildhafte Liebe, die auch wir durch Gott spürten. Sie solle uns Vorbild sein, mit einem offenen Herzen durchs Leben zu gehen. Anschließend wurden die großen zehn Fürbitten gelesen und mit Kniebeugen gemeinsam für die ganze Welt gebetet.

 

Im Rahmen der Kreuzverehrung wies Kopp darauf hin, dass Jesus unsere Sünden auf sich genommen habe, obwohl er selbst keine gehabt habe. Auch dieses Verhalten sollten wir als Vorbild nehmen. Er enthüllte das verschleierte Kreuz und alle Gläubigen schritten zum Volksaltar verneigten sich mittels Kniebeugen.

 

Feier der Osternacht am Samstag

 

Am Samstagabend begann die Feier der Osternacht zunächst vor der Kirche, wo Pfarrvikar Kopp eine kurze Einführung hielt, das Feuer segnete und die Osterkerze entzündete. Mit dem dreimaligen Lumen Christi zogen die Geistlichen in die Kirche ein und Kopp sang das feierliche Osterlob. Die musikalische Gestaltung hatte wieder der Kirchenchor Prackenbach-Krailing inne. Im Laufe der Heiligen Messe wurden vier Lesungen vorgetragen, von Thekla Holzapfel, Gerlinde Zweck, Helga Schnitzbauer und Hedwig Penzkofer. Als mit dem Gloria die Orgel und die Kirchenglocken wieder erklangen und die Auferstehung symbolisierten erstrahlte das Gotteshaus in hellem Glanz unzähliger Lichter, die an die Gläubigen verteilt worden waren. Pfarrer Alexander verlas das Osterevangelium nach Johannes. Pfarrvikar Kopp berichtete in seiner Predigt von Maria aus Magdala, die als Erstzeugin der Auferstehung gelte. Einerseits werde sie als geläuterte Sünderin gesehen, andererseits als starke Frau und enge Jüngerin, die stets an Jesu Seite gewesen sei. Im Grab sei er ihr erschienen, erkannt habe sie ihn nur an seiner Stimme. „Auch wir sehen Jesus nicht“, so Kopp, daher sei hören für den Glauben entscheidend wie auch das Lesen der Bibel.

 

Nach der Speisenweihe bedankte sich Kopp bei allen, die an den Gottesdiensten beteiligt gewesen seien, wie unter anderem den Mesnerinnen, Kirchenchor und den Ministranten. Alle Gläubigen durften ein geweihtes Osterei mit nach Hause nehmen.

 

Familiengottesdienst und Ostereiersuche

 

Am Ostermontag fanden sich morgens zahlreiche Familien und Kinder in der Pfarrkirche Sankt Georg ein. Nicola Wittmann hatte mit vielen Kindern den Ablauf des kindgerechten Familiengottesdienstes einstudiert, auch Ruhestandspfarrer Alexander war gekommen. Musikalisch begleitete an der Orgel Ulrike Altmann. Zum Thema „Emmausjünger“ hatten die kleinen Schauspieler ein Predigtspiel in Pantomime zu vorgelesenem Text geübt. Bedrückt zogen die Jünger nach Jesu Kreuzigung durch die Kirche, unerkannt gesellte sich dieser zu ihnen und hörte ihnen in ihrem Leid zu. In Emmaus angekommen, luden sie ihn ein und erkannten ihn erst, als er am Tisch das Brot brach und Gott dankte. Voller Freude verkündeten sie die Auferstehung. Auch die Fürbitten übernahmen die Kinder, zum „Vater unser“ durften alle in den Altarraum nach vorne kommen und gemeinsam beten und das Brot wurde auch mit denjenigen geteilt, die die Erstkommunion noch nicht empfangen hatten.

 

Nach dem Gottesdienst herrschte Hochbetrieb im nahegelegenen Pfarrhof: Dort waren im Pfarrgarten wieder bunte Ostereier und Leckereien versteckt, die die Kinder voller Freude suchten. Der Kinder- und Jugendchor bot Kaffee und Kuchen gegen eine Spende an.

 

Der Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt. 

 

Foto 1, 2, 4, 5: Stefanie Schötz

Foto 3, 6: Margit Eidenschink

Foto 7:  Ramona Preiß-Höcherl

 

 

 

Bild zur Meldung: Gottesdienste zu Gründonnerstag und Karfreitag – Osternacht und Familiengottesdienst mit Ostereiersuchen

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