Er war ein Mann, der anpackte
Große Trauergemeinde nimmt Abschied von SV-Ehrenvorstand und dem Prackenbacher Ehrenbürger Adolf Penzkofer
Prackenbach. Seine Verdienste im gesellschaftlichen und im Vereinsleben der Gemeinde Prackenbach sind herausragend und werden bestehen bleiben: Adolf Penzkofer war nach langjähriger Amtszeit als erster Vorsitzender Ehrenvorstand des SV Prackenbach, Gründungsmitglied sowie einige Jahre an der Spitze des MCC Prackenbach und in mehreren weiteren Vereinen aktiv. Zu Ehren seines Engagements erhielt er auch den Ehrenbrief der Gemeinde und war damit Ehrenbürger. Am 26. März wurde der Prackenbacher Unternehmer während eines Kuraufenthalts im Alter von 76 Jahren aus dem Leben gerissen. Am vergangenen Freitag hatte sich eine große Trauergemeinde in der Pfarrkirche Sankt Georg versammelt, um Abschied zu nehmen von einem Mann – dem „Penzkofer Ade“, wie er überall bekannt war – der nicht nur stets dabei war, sondern der anpackte und Dinge voranbrachte, wie Bürgermeister Andreas Eckl in seiner Trauerrede betonte.
Am 12. März 1950 wurde Adolf Penzkofer als Sohn von Adolf und Frida Penzkofer in Prackenbach geboren. Er wuchs mit seinem Bruder Reinhard, der 2004 im Alter von 52 verstarb, am Tafertshof auf. Nach dem Besuch der Schule in Prackenbach nahm er eine Lehre als Automechaniker in Viechtach auf und arbeitete nach deren Abschluss ab 1967 in Werkstätten in Arnbruck, München und Prackenbach. Im Oktober 1971 heiratete er seine große Liebe Karolina Roß, aus der Ehe gingen die beiden Söhne Armin und Manfred hervor. 1979 nahm Adolf Penzkofer sein eigenes großes Projekt in Angriff, baute eine Autolackierwerkstatt in der Hagengruber Straße und besuchte zugleich die Meisterschule in Regensburg, die er erfolgreich abschloss. 1981 gründete er weiterhin seinen Malerbetrieb neben der Lackierwerkstatt.
Sein Herz schlug für das Vereinsleben
Zeitlebens schlug sein Herz für das Vereinsleben, vor allem in sportlicher Hinsicht: Von 1983 bis 1988 fungierte er als erster Vorsitzender der MCC Prackenbach, dessen Gründungsmitglied er auch war. Von 1992 bis 2010 übernahm er dann den Posten des ersten Vorsitzenden beim SV Prackenbach.
Beide Vereine haben ihm viel zu verdanken und würden ohne sein Engagement heute nicht in dieser Form bestehen, was mit dem Ehrenbrief der Gemeinde ausgezeichnet wurde. Dies stehe für besondere Verdienste um das Gemeinwohl, so Eckl, was mehr als verdient gewesen sei. „Denn, was Adolf Penzkofer geleistet hat, lässt sich nicht in wenigen Worten zusammenfassen. Sein Engagement im Vereinsleben war über Jahrzehnte hinweg von unschätzbarem Wert.“ In besonderer Weise habe sein Herz für den SV Prackenbach geschlagen, dieser sei nicht nur Hobby, sondern Herzensangelegenheit gewesen.
Die Nachricht vom Tod des Ehrenvorstandes habe die Vereinsmitglieder tief erschüttert, wie SV-Vorsitzender Frank Saller bei seiner ergreifenden Trauerrede anmerkte. Er blickte zurück auf all die Projekte, die ohne den Einsatz und den 18 Jahre langen Dienst als erster Vorsitzender Adolf Penzkofers nicht so ablaufen hätten können. Alles, was man auf dem Sportplatz heute sehe: Er habe den Grundstein dafür gelegt – für das Vereinsheim, den Trainingsplatz, die Asphaltbahn und vieles mehr. Gleichzeitig habe er den Verein in sportlich nie gedachte Höhen geführt, man habe den Aufstieg in die Bezirksoberliga geschafft und den Verein bis weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt gemacht.
Auch um den MCC habe er sich in herausragender Weise verdient gemacht und mitgewirkt, am Thannhof eine Stätte des Motorsports zu kreiieren, so Saller. Zudem gehörte er dem Handwerkerverein Prackenbach, den Oldtimerfreunden Rubendorf und der Freiwilligen Feuerwehr Prackenbach an, bei der er ebenfalls Ehrenmitglied war. „Ade hat in Prackenbach Orte der Gemeinschaft geschaffen und das soziale Leben nachhaltig beeinflusst.“
Auch als Unternehmer war Adolf Penzkofer hoch geschätzt in der Gemeinde, mit Verantwortung, Verlässlichkeit und Menschlichkeit habe er sein Geschäft geführt, wie Eckl weiterhin zurückblickte. 2010 übergab er seinen Betrieb an seine Söhne, die Autolackiererei an Manfred Penzkofer, den Malerbetrieb an Armin Penzkofer. In seiner Freizeit restaurierte Adolf Penzkofer in liebevoller Detailarbeit alte Roller und Mopeds, insbesondere der Marke ZündApp. Außerdem galt seine Leidenschaft fortwährend dem Fußballsport: Die Spiele seines Enkels Lukas, der sich als Schiedsrichter einen Namen machte und sein großer Stolz war, verfolgte er voller Inbrunst. Ein schwerer Schicksalsschlag ereilte die Familie als seine Ehefrau Karolina am 2. November 2024 plötzlich und unerwartet starb und ein großes Loch in das Familienleben gerissen wurde.
„Der Tod eines Menschen hinterlässt immer eine Lücke. Doch bei Adolf Penzkofer spüren wir besonders deutlich, wie groß diese Lücke ist“, sprach der Bürgermeister seine Abschiedsworte. Bescheidenheit habe ihn ausgezeichnet, nie großes Aufhebens um das eigene Engagement machen. So habe er im Winter auch stets den Gehweg nach Hagengrub geräumt, „nicht, weil er es musste, sondern weil er es wollte.“ Für ihn sei es selbstverständlich gewesen, sich einzubringen, wo er konnte – „ein Vorbild für uns alle“. Adolf Penzkofer habe nicht lange gefragt, er sei einfach da gewesen, wenn er gebraucht wurde. „Einer, der Verlässlichkeit und Gemeinschaftssinn gelebt hat.“ Adolf Penzkofer hinterlasse ein Vermächtnis, verabschiedete sich der SV vertreten durch Frank Saller: „Der Lotse ist nun von Bord gegangen“. Was bleibe, sei die Erinnerung, die ihn noch lange lebendig halten werde.
Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.
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