Edelweißschützen Moosbach feierten das 75-jährige Vereinsjubiläum – Festzelt, Kirchenzug und Böllerschießen
Moosbach. Hocherhobenen Hauptes marschieren sie freudig voran, winken im Takt der Blasmusik und durchqueren den Eingang des Festzeltes, in dem sie schon von zahlreichen klatschenden Festbesuchern erwartet werden: Den beiden Festleitern des 75-jährigen Gründungsfestes der Edelweißschützen Moosbach, Schützenmeister Hermann Fleischmann und Alfons Eckl, ist der Stolz auf ihre Mitglieder und deren viel gelobten, großartigen Zusammenhalt an den glücklichen Gesichtern abzulesen. Am vergangenen Samstag und Sonntag hat der Verein auf dem Festgelände unterhalb des Feuerwehrhauses in Moosbach ein großes, traditionsreiches Fest auf die Beine gestellt, zu dem viele Ehrengäste, Schützenvereine und weitere Vereine gekommen sind und gemeinsam das 75-jährige Jubiläum der Edelweißschützen feierten.
Seniorennachmittag am Samstag
Am Samstagnachmittag wurden zunächst die Senioren der gesamten Gemeinde willkommen geheißen, die Gemeinde hatte zum Seniorennachmittag im Zelt eingeladen und verteilte Seniorentaler. Die Junggebliebenen genossen Kaffee und Kuchen aus der reichhaltig gefüllten Theke und ließen sich das ein oder andere deftige Schmankerl schmecken. Auch Pfarrvikar Anton Kopp gesellte sich dazu. Zur Freude aller ließ es sich auch die ehemalige Fahnenmutter von 1968, Maria Rackl, mit ihren 95 Jahren nicht nehmen, vorbei zu schauen. Bürgermeister Andreas Eckl begrüßte alle in einer kurzen Ansprache und kündigte Auftritte zweier Tanzgruppen an. Die Senioren zeigten sich begeistert von den Darbietungen der kleinen Tänzerinnen aus der Gruppe von Yvonne Fleischmann. Auch bei den Choreographien, die Manuela Eckl mit ihren größeren Mädels einstudiert hatte, wurde voller Freude mitgeklatscht und kräftiger Applaus gespendet. Den gemütlichen Nachmittag über unterhielt Max Schmidberger auf der Bühne mit zünftigen Liedern.
Für die Vereinsmitglieder der Schützen ging´s anschließend im Gleichschritt durch das Dorf, um Festmutter Heidi Gregori und Schirmherrn Theo Lorenz standesgemäß einzuholen und zum Festgelände zu geleiten. Am Abend füllte sich das Zelt, der Jubelverein holte die Gastvereine ein. Schützenmeister Hermann Fleischmann und Bürgermeister Andreas Eckl hießen eine ganze Reihe an Ehrengästen willkommen, darunter MdL Stefan Ebner, MdL Johann Müller, MdL Martin Behringer, ehemaligen Landwirtschaftsminister Helmut Brunner, Vertreter der Rhaner-Brauerei sowie zahlreiche Bürgermeister und Gemeinderäte aus verschiedensten umliegenden Kommunen.
Bieranstich durch den Schirmherrn
Dann folgte einer der Höhepunkte: Schirmherr Theo Lorenz griff zum wuchtigen Holzhammer und schlug zwei Mal kräftig auf den Zapfhahn des Bierfasses, ehe das Rhaner-Bier sprudelte und erst einmal angestoßen wurde. Die Band „Grod Aso“ spielte den Abend über beim Tag der Betriebe und Behörden auf und sorgte für zünftige Festzeltstimmung. Die Kinder hatten draußen jede Menge Spaß in der Ritter-Hüpfburg und konnten so manches lustige Krimskrams losen oder beim Schießen und Dosenwerfen ergattern. Auch vor dem Zelt waren die Stehtische und Sitzgelegenheiten bis in die späte Nacht gefüllt von gut gelaunten Festgästen, die die laue Sommernacht genossen und immer wieder der Bar einen Abstecher abstatteten.
Nach nur wenigen Stunden Schlaf ging es für die Vereinsmitglieder am frühen Sonntagmorgen mit dem Weckruf im Zelt bereits um 7 Uhr weiter. Aber auch die Angehörigen der anderen Vereine standen schon kurz darauf am Dorfbrunnen und am Ortseingang beim Pfahl parat zur Einholung. Im Gleichschritt wurde zur Blasmusik zum Weißwurst-Frühschoppen im Festzelt marschiert. Nach einer ersten Begrüßung von Vereinen und weiteren Ehrengästen, darunter Landrat Ronny Raith und der Schützengau Viechtach mit Gauschützenmeisterin Elfriede Weber, stellten sich alle gegen 9.30 Uhr zum erweiterten Kirchenzug auf.
Kirchenzug durch das Dorf
Dieser schlängelte sich traditionsgemäß durch das Dorf und endete in der Pfarrkirche Sankt Johannes, wo Pfarrvikar Anton Kopp wartete. In einem feierlichen Einzug schritt er mit den Ministranten den Mittelgang der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche nach vorne. Mit beeindruckenden und anrührenden Liedern schmückte der Moosbacher Kirchenchor unter Leitung von Kirchenmusiker Walter Stöger die Messe aus. Kopp erinnerte unter anderem an diejenigen Menschen, die den Schützenverein in den vergangenen 75 Jahren geprägt hatten. „Heute wollen wir auch Gott danken, denn ohne ihn hat nichts Bestand!“ Besonders ergreifend gestaltete sich das Totengedenken, so manches Auge glitzerte in Erinnerung an vergangene Zeiten.
Nach dem Festgottesdienst zogen alle gemeinsam wieder zum Festtreiben. Auf der Bühne ergriffen nacheinander Redner das Wort: Bürgermeister Eckl lobte das rundum gelungene Fest als „wunderbare Gemeinschaftsleistung“. Er sei stolz, vier Schützenvereine in der Kommune zu haben. Gerade die Edelweißschützen betreffend hob er die „narrisch gute Jugendarbeit“ hervor, ebenso wie die große Bedeutung für das gesellschaftliche Leben. Auch technisch sei der Verein bald auf dem neuesten Stand, die Einweihung des neuen Schießstandes stehe bevor. Als Dank überreichte Eckl eine Schützenscheibe.
Landrat Ronny Raith lobte unter anderem ebenfalls das gesellschaftliche Engagement, äußerte sich auch kritisch zu aktuellen und die Schützenvereine betreffenden Debatten bezüglich Schusswaffen: Das viel diskutierte Problem sei nicht generell der verantwortungsvolle Umgang mit Waffen. Es liege vielmehr bei denjenigen, die nicht wüssten, wie man sich richtig verhalte. Er blickte dennoch positiv in Richtung Zukunft der Schützen und wünschte alles Gute.
Gauschützenmeisterin Elfriede Weber fand viele Lobesworte für die Organisation des Festes und bedankte sich auch namentlich bei mehreren Vereinsmitgliedern. Auch die Gauschützenmeisterin überreichte als Anerkennung eine gewidmete gläserne Ehrengabe. Schirmherr Theo Lorenz beleuchtete in seiner Ansprache das große Engagement der Vereinsmitglieder und auch des Nachwuchses, ohne den die Vereinsgeschichte nicht fortgeschrieben werden könne. Festmutter Heidi Gregori bedankte sich bei den zahlreichen Festbesuchern ebenso wie bei den Vereinsmitgliedern für die großartige Zusammenarbeit und ihrer Familie für die Unterstützung. Als ehemalige Patenbraut der Bergschützen Schwaben trat Steffi Schötz ans Mikro. Auch sie überreichte als Zeichen der Gemeinschaft, die niemals vergehe, eine Schützenscheibe, die in einem Freundschaftsschießen ausgeschossen werden soll.
Bei bester deftiger und süßer Verpflegung, der ein oder anderen Maß Bier und musikalischer Unterhaltung durch die „Gamsjäger“ verging die Mittagszeit wie im Flug. Um 13.30 Uhr wurde es laut. Nahe des Festplatzes stellten sich Böllerschützen auf und ließen das Gelände zu Ehren des Jubelvereins immer wieder erzittern. Den großen Abschluss bildete ein von Schützenmeister und bekanntem Gstanzlsänger und Hochzeitslader Hermann Fleischmann organisiertes Musikantentreffen, bei dem unterschiedlichste namhafte Gruppen im Zelt für Stimmung sorgten. Bericht folgt.
Bilder:
1: Beim Seniorennachmittag am Samstag sorgten zwei Tanzgruppen für Stimmung.
2: Schirmherr Theo Lorenz zapft an: Nach zwei Schlägen fließt das Rhaner-Bier zum Anstoßen mit den Ehrengästen.
3: Am Samstagabend konnten zahlreiche Ehrengäste begrüßt werden.
4: Beim Kirchenzug am Sonntagvormittag war auch Landrat Ronny Raith (r.) mit dabei.
5: Der Jubelverein zog mit allen Gastvereinen und Ehrengästen durch das Dorf und zur Pfarrkirche Sankt Johannes.
6: Beim Festgottesdienst war die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt.
7: Lobes- und Dankesworte: Bürgermeister Andreas Eckl (v.l.), Schützenmeister und Festleiter Hermann Fleischmann, Festmutter Heidi Gregori, Festleiter Alfons Eckl, Schirmherr Theo Lorenz und Landrat Ronny Raith.
8: Freude über das gelungene Fest: In ausgelassener Stimmung dirigierte Schirmherr Theo Lorenz ein von ihm gewähltes Lied auf der Bühne.
Fotos: Lisa Brem
Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem erstellt und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.
Bild zur Meldung: Edelweißschützen Moosbach feierten das 75-jährige Vereinsjubiläum – Festzelt, Kirchenzug und Böllerschießen








