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Aus der Gemeinderatssitzung vom 30.07.2026

Prackenbach, den 05.​08.​2026

Gesunkene Einnahmen – gestiegene Ausgaben

Kämmerer berichtet von deutlich schlechterer Haushaltssituation in Prackenbach im Vergleich zu den Vorjahren

 

Prackenbach. Von „nicht mehr so prickelnden Zahlen wie noch in den vergangenen Jahren“ sprachen am Donnerstagabend Bürgermeister Andreas Eckl und Kämmerer Manfred Maier, als sie in der öffentlichen Gemeinderatssitzung den Haushaltsplan für 2026 thematisierten. Nach ausführlichen Erläuterungen und Einschätzungen setzte das Gremium unter anderem einstimmig den Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2026 mit einem Verwaltungshaushalt von 6.360.755 Euro (2025: 6.701.830 Euro) und einem Vermögenshaushalt von 1.838.800 Euro (2025: 2.877.230 Euro) fest. Die freie Finanzspanne sinke auf 155.800 Euro (Tilgungszahlungen des laufenden Darlehens bereits abgezogen), was Investitionen erschwere. Eine Darlehensaufnahme sei nicht notwendig, allerdings voraussichtlich eine weitere Rücklageentnahme, die diese auf rechnerisch nur noch rund 1,17 Millionen schmälern werde, so die Ausführungen.

 

Das Gesamtvolumen des Haushalts beträgt mit 8.199.555 Euro damit um 1.379.505 Euro weniger als im Vorjahr. Positiv: Auch der Schuldenstand sinkt mit 328.000 Euro auf den bisher niedrigsten Wert, für 2030 könnte dies Schuldenfreiheit bedeuten. Den kalkulatorischen Zinssatz legten die Gemeinderäte auf 2,1 Prozent fest.

 

Von rund 400.000 Euro weniger Einnahmen seitens der Gemeinde berichtete Eckl, auf der anderen Seite seien die laufenden Kosten gestiegen. Bisher sei auf Bürgerseite wenig davon zu spüren, doch wenn man das Niveau der Investitionen beibehalten wolle, müsse man sich über weitere Vorgehensweisen Gedanken machen. Vor allem die Situation in den Kindergärten führten sowohl Bürgermeister als auch Kämmerer wieder als großen Kostenfaktor an. In fünf Jahren habe die Gemeinde rund eine Million an Defizit gedeckt, trotz allem die Beiträge nur bedingt erhöht. „Das Geld ist sicherlich gut angelegt, die Kleinen sind das Wichtigste.“ Trotzdem müsse man die „nackten Zahlen auf den Tisch legen“. Der Fehlbetrag belaufe sich 2026 auf 381.040 Euro, zum großen Teil Personalkosten. Aus Sicht der Verwaltung sei eine erneute Anpassung der Kindergartengebühren unausweichlich, wobei Maier betonte, dass eine Kostendeckung weder angestrebt werde noch wünschenswert sei.

 

Auch die auf 52 Prozent gestiegene Kreisumlage (insgesamt 1.923.783,68 Euro), deren weitere Anhebung auf 54 Prozent bereits nicht mehr auszuschließen sei, und gleichzeitig weniger Steuereinnahmen, vor allem bei der Gewerbesteuer, verschlechterten die Situation immens.

 

Maier übernahm die weiteren Ausführungen: Die vergangenes Jahr noch positiv eingeschätzte Situation und Vorausplanungen hätten sich wegen einer überdurchschnittlichen Gewerbesteuerrückzahlung für vergangene Jahre und daraus folgender deutlich verminderter Gewerbesteuervorauszahlungen schnell „in Schall und Rauch aufgelöst“. Vorhersagen seien grundsätzlich schwierig. Mit insgesamt 404.850 Euro weniger Einnahmen (2026: 4.239.250 Euro; 2025: 4.643.900 Euro) stelle sich die Situation deutlich schlechter als im Vorjahr dar. Dem gegenüber ständen neben der höheren Kreisumlage inflationsbedinge Steigerungen der Unterhalts- und Betriebskosten, deutliche Steigerungen der Personalkosten durch Tarifabschlüsse wie auch der insgesamt gestiegene Personalaufwand. Vor allem der Anteil an Gewerbesteuer breche gegenüber dem Vorjahresansatz enorm ein, um rund 323.000 Euro auf 767.000 Euro.

 

Die finanzielle Lage der kommenden Jahre werde deutlich angespannter, die Freiräume deutlich enger. Anpassungen die Steuersätze betreffend sollten kurz- bis mittelfristig diskutiert werden, so die Einschätzung des Kämmerers, der sich damit unter anderem auf Grund- und Gewerbesteuer sowie Kindergartengebühren bezog – „Frühzeitig Weichen stellen!“ Positiv bewertete er die stetige Rückführung der Schulden, die einhergehe mit einer Entlastung über die Darlehenszinsen. Dennoch reiche dies allein aktuell nicht aus, um eine für künftige Investitionen zufriedenstellende Zuführungsrate zu erzielen: Voraussichtlich nur 289.800 Euro seien für 2026 veranschlagt, im Hinblick auf die Tilgung des Darlehens verbliebe nur mehr eine freie Finanzspanne von 155.800 Euro, „deutlich zu wenig für Investitionen“.

 

Die finanzielle Gesamtsituation im Haushaltsjahr 2026 stelle sich nur mehr durchschnittlich dar, resümierte Maier und legte dem Gremium Diskussionen über mögliche Maßnahmen zur Stärkung der Einnahmenseite nahe.

 

Des Weiteren ging er auf anstehende oder bereits laufende Projekte und Investitionen ein, die sich im Haushalt niederschlagen werden, neben dem defizitären Betrieb der beiden Kindertagesstätten in Prackenbach und Moosbach unter anderem Grunderwerb, Straßenbau und -sanierung (Wiedenhof, Tafertsberg), Breitbandausbau, Abwasseranlage (Pumpstation Kugelbach), die Lagerhalle in Moosbach, das Baugebiet in Krailing oder die Sanierung des Schulsportplatzes. Positiv gestalte sich auch die Situation bei den Wassergebühren, hierbei sei keine Steigerung in Sicht, es könne vorsichtig prognostiziert sogar vielmehr eine Senkung anstehen. In einer Vorausschau beleuchtete Maier kurz die für die kommenden Jahre anstehenden Maßnahmen.

 

Das Gremium beschloss im Anschluss die Haushaltssatzung sowie das Investitionsprogramm für die folgenden Jahre einstimmig. Eine nichtöffentliche Sitzung schloss sich an.

 

Dieser Bericht wurde von der Journalistin Lisa Brem erstellt und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.

 

Bild zur Meldung: Aus der Gemeinderatssitzung vom 30.07.2026

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Aus der Gemeinderatssitzung vom 30.07.2026 (03.​08.​2026)

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