Aus der Gemeinderatssitzung vom 28.10.2026
Prackenbach will Standesamt-Aufgaben nach Viechtach auslagern
Gemeinderäte stimmten für Antragstellung – Einwohnermeldeamt und Ordnungsamt nicht betroffen
Prackenbach. Die Gemeinde Prackenbach will künftig einige Aufgaben des Standesamtes auslagern, erste Gespräche mit der Stadt Viechtach habe es bereits gegeben, wie Bürgermeister Andreas Eckl am Mittwochabend bei der Gemeinderatssitzung mitteilte. Aufgrund des plötzlichen Todes des bisherigen Leiters des Standesamtes, Richard König, im März dieses Jahres, herrsche personelle Unterbesetzung. Weiterhin hätten sich die Anforderungen in den letzten Jahren erhöht, weswegen eine Nachbesetzung nicht ohne zusätzliche Qualifikation möglich sei.
Bei einem Treffen im Viechtacher Rathaus sei die Bereitschaft signalisiert worden, einen entsprechenden Antrag auch dem Stadtrat vorzulegen, der das Vorhaben mit einer Zustimmung von zwei Dritteln der gesetzlichen Mitglieder absegnen müsste. Betroffen seien jedoch nicht sämtliche bisherigen Aufgaben wie das Einwohnermeldeamt oder das Ordnungsamt. Abgegeben werden sollen unter anderem die Beurkundung von Sterbefällen und Geburten, die Bearbeitung von Kirchenaustritten, sonstige Ausstellung von Urkunden und die Vorbereitung zur Eheschließung. Trauen lassen könnten sich Paare jedoch weiterhin im Prackenbacher Rathaus, betonte Eckl. Er wies auch darauf hin, dass es ähnliche Zusammenschlüsse bereits mehrmals im Landkreis gebe, wie etwa im Zwieseler Winkel. Auf Nachfrage von Johann Thurnbauer, welche Kosten entstünden, erklärte er, dass die angestrebte Lösung eventuell mit einer jährlichen Pauschale beglichen werden könnte und es für die Gemeindekasse nicht zwangsläufig teurer würde, als alle Aufgaben selbst zu erledigen. Alle anwesenden Gemeinderäte erteilten die Zustimmung, einen Antrag an die Stadt Viechtach zu stellen.
2027 steigen die Kindergartengebühren
Prackenbacher Gemeinderat beschließt Erhöhung – Bürgermeister betont: „Dennoch bleibt ein erhebliches Defizit!“
Prackenbach. „Das ist kein Thema, um das man sich reißt“, leitete Bürgermeister Andreas Eckl am Mittwochabend bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung im Prackenbacher Rathaus zu einem Tagesordnungspunkt über, der bereits mehrmals vorbesprochen und angedeutet worden war. Auch eine Vorinformation an alle Betroffenen war im Vorfeld zugestellt worden – zum 1. Januar 2027 werden die Kindergartengebühren steigen. Das Gremium erteilte die einstimmige Zustimmung.
Eckl ging in seinen Ausführungen nochmals auf das erhebliche Defizit ein, das der laufende Betrieb der beiden gemeindlichen Kindertagesstätten, Sankt Georg in Prackenbach und Sankt Johannes in Moosbach, für den Haushalt bedeute – Tendenz steigend. Rund 179000 Euro in 2020, rund 324000 in 2025. Gründe: Gestiegene Kosten bei Personal, Energie, Unterhalt und Sachkosten. Künftig entfielen weiterhin die staatlichen Zuschüsse in Höhe von 100 Euro, stattdessen gebe es eine geänderte Betriebskostenförderung für die Träger der Einrichtungen. Den daraus resultierenden weiteren Fehlbetrag wolle man jedoch nicht vollumfänglich auf die Eltern umlegen. Außerdem sei es ihm ein Anliegen, zu betonen, dass man das Defizit bisher gerne getragen habe, für die Kinder und die Gesellschaft. Auch weiterhin würden seitens der Gemeinde rund 300.000 Euro jährlich an Kosten zu übernehmen sein. „Ausufern“ dürfe das ganze eben nicht, denn es gebe auch viele Bürger, die keine Kinder hätten. „Wir brauchen irgendwo einen Mittelweg.“
Und den stellte er mit dem Anpassungsvorschlag vor: Je nach Alter (unter und über drei Jahren) und Länge der Buchungszeit (unter und über sechs Stunden) sollen Eltern 50 beziehungsweise 70 Euro monatlich mehr bezahlen. Die Gemeinderäte stimmten zu.
Die Berichte wurden von der Journalistin Lisa Brem verfasst und für unsere Homepage zur Verfügung gestellt.
Bild zur Meldung: Aus der Gemeinderatssitzung vom 28.10.2026








