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Glutenfreie Weihnachtsplätzchen bei den Zölikakie-Betroffenen

Prackenbach, den 08.​11.​2014

Wenn Essen zum Problem wird

 

Viechtach/Moosbach. Die Viechtacher Zöliakie-Selbsthilfegruppe veranstaltete am Samstag in der Gemeinschaftsküche der ehemaligen Schule in Moosbach bereits zum 3. Mal unter der Leitung der Diplom-Ökotrophologin Karin Trauner aus Böbrach, einer ehemaligen Moosbacherin, einen Backkurs. Während das letzte Mal Brot und Baguettes auf dem Plan standen, wurden am Samstag der Jahreszeit entsprechend leckere gluten- und lactosefreie Weihnachtsplätzchen hergestellt.

 

Angesprochen waren dabei alle Erwachsene, Angehörige oder Kinder, die von der Krankheit Zöliakie betroffen sind. Anneliese Miethaner aus Moosbach hat den Backkurs organisiert und konnte dazu sechs Frauen herzlich willkommen heißen.

 

Was ist Zöliakie? – vielen Bürgern ist sicher diese Krankheit nicht bekannt. Sie ist eine chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut aufgrund einer Unverträglichkeit gegenüber dem Getreideeiweiß „Gluten“, das in den Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Grünkern, Dinkel und anderen enthalten ist.

Der Verzehr von glutenhaltiger Nahrung sorgt bei Zöliakie für eine Entzündung des Dünndarms, der mit der Zeit immer mehr zerstört wird und wichtige Nährstoffe nicht mehr über den Darm ins Blut aufgenommen werden können. Typische Symptome sind unter anderem Durchfall, Blähungen, Blässe oder Gewichtsverlust. Die Unverträglichkeit gegenüber Gluten kann nicht geheilt werden, sie besteht ein Leben lang. Es gibt also für eine derarte Erkrankung keine Medizin. Umso wichtiger ist die einzig wirksame Therapie eine streng glutenfreie Diät, rät die Ernährungsberaterin.

 

Zur Ursache und Vererbung von Zöliakie/Sprue sollte man wissen, dass die Ursache der Glutenunverträglichkeit an bestimmten Umweltfaktoren, wie z.B. Infektionen oder Stress liegt. Auf Grund dessen handelt es sich hier nicht um eine Allergie, sondern um eine vererbbare, genetisch bedingte Autoimmunerkrankung.

Um die Diagnose Zöliakie fest zu stellen, bedarf es einer Antikörperbestimmung durch einen Bluttest sowie einer anschließenden Dünndarmbiopsie. Während Zöliakie/Sprue bis Ende der 40 er Jahre noch lebensbedrohlich verlief, da die Behandlung der Erkrankung noch unbekannt war, kann man heute mit Hilfe einer glutenfreien Ernährung ein völlig beschwerdefreies Leben führen.

 

Gluten, erklärte die Referentin, ist das sog. Klebereiweiß, das dafür sorgt, dass der Teig von Brot, Kuchen usw. zusammenklebt und elastisch bleibt. Bei einer glutenfreien Diät muss man auf Alternativen wie Mais, Reis, Buchweizen, Hirse oder Quinoa zurückgreifen. Da hier jedoch kein Klebereiweiß vorhanden ist, das den Teig zusammen hält, wird das Backen für so manchen Betroffenen zur Herausforderung. Es lassen sich jedoch auch hier durch den Einsatz von natürlichen Bindemitteln, ein paar Tricks und ein wenig Übung tolle Backergebnisse erzielen.

 

Bevor die leckeren Weihnachtsplätzchen mit einem duftenden Kaffee verspeist wurden, gab die Ernährungsberaterin Karin Trauner noch einige Tipps zum Thema Zöliakie. „Frisches ist Trumpf“, sagt sie. Täglich sollte unerhitzte Frischkost auf den Tisch kommen. Man möge darauf achten, dass die Nahrung vorwiegend naturbelassen, jedoch glutenfreie Lebensmittel erhält. Gefragt sind dabei Naturreis, Hirse, Buchweizen, Mais, Amaranth, Quinoa und daraus hergestellte Produkte.

 

Der freundlichen und kompetente Ernährungsberaterin Karin Trauner wurde für ihr Wissen ein großes Lob ausgesprochen.

 

Foto: Am Ende gabs Kaffee und eine Auswahl von leckeren Plätzchen – 2. von li Karin Trauner, 3. V.re. Anneliese Miethaner

 

Bild zur Meldung: Glutenfreie Weihnachtsplätzchen bei den Zölikakie-Betroffenen

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