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Zwei ungewöhnliche Genuss-Konzepte am Regental-Radweg

Prackenbach, den 21. 08. 2023

Foodtruck-Biergarten und Container-Café: In Fichtental gibt es gleich zwei Einkehr-Möglichkeiten

 

 

Fichtental/Prackenbach. Fährt man am Regentalradweg an Fichtental vorbei, könnte man das auch einen „Genussabschnitt“ nennen. Nur wenige hundert Meter voneinander entfernt befinden sich gleich zwei Einkehr-Möglichkeiten: Der Biergarten „Zur alten Säge“ und das kleine „Container-Café Geheimdip“. Die Betreiber erzählen, wie es dazu kam, welches Konzept sie verfolgen, ob eine Konkurrenzsituation besteht und wie sehr sie eine direkte Radweg-Verbindung von Prackenbach zum Regentalradweg befürworten würden.

 

Im Mai vergangenen Jahres eröffnete der Biergarten „Zur alten Säge“ in Fichtental, direkt am Radweg gelegen. Lukas Schröder (25) aus Konzell betreibt ihn mit tatkräftiger Unterstützung seiner Eltern. Holzpaletten, geschmückt mit Blumen und natürlicher Dekoration sind von der Straße aus sichtbar und locken in das gemütliche Ambiente. Bewirtet wird mittels Foodtruck und Selbstbedienung. Auf der Speisekarte stehen neben verschiedenen Burgervariationen unter anderem auch typische bayerische Brotzeiten und ständig wechselnde und ausschließlich hausgemachte Kuchen und Torten. „Viele bestellen vor allem am Sonntag bereits vor, ob Kuchen oder Burger“, sagt der Betreiber sichtlich stolz und beantwortet damit die Frage nach der Auslastung. Zu den Öffnungszeiten (Donnerstag und Freitag von 13.30 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag sowie feiertags von 11.30 bis 20 Uhr) sei immer etwas los. „500 Essen am Wochenende ist der Durchschnitt.“ Doch genau das ist derzeit das größte Problem: Im kleinen Foodtruck ist ein solcher Andrang fast nicht mehr zu bewältigen. Trotz der „nur“ vier Betriebstage ist der Biergarten für Lukas Schröder weit mehr als ein 40-Stunden-Job. „Ohne meine Eltern würde das alles sowieso nicht funktionieren.“ In den übrigen Tagen wird kalkuliert, eingekauft und vorgekocht – viel vorgekocht. Denn das Konzept des Biergartens ist: „Wir machen alles selbst.“ Pattys, Soßen, Salate und was sonst noch alles dazu gehört, machen er und seine Mutter Ricarda in Eigenregie, Burgerbrötchen werden eigens von einem Bäcker produziert. Alle Waren seien regionaler Herkunft, hochwertige Qualität Standard.

 

Biergarten als Familienunternehmen

 

Lukas Schröder war schon zuvor selbstständig und mit seinem Foodtruck viel auf Festivals unterwegs. Mit der Pandemie brach alles ein. „Hätten meine Eltern mir damals nicht geholfen, hätte ich das in der Form nicht überstanden“, sagt er dankbar. „Familie ist für mich alles.“ Eigentlich zur Überbrückung habe er den Platz in Fichtental gepachtet. Der Biergarten laufe mittlerweile aber so gut, dass er nicht umher komme, auszubauen. „Ich bin Wirt aus Leidenschaft“, sagt er. Nach der Pause in den Wintermonaten wird nächstes Jahr unter anderem ein doppelt so großer Foodtruck den alten ersetzen. Ein großer See- oder Bürocontainer soll mit Freunden umgebaut werden. Auch eine Spielecke für Kinder ist geplant. Außerdem sei er dringend auf der Suche nach weiterem Personal, das sich um „alles drumherum“ kümmert, wie Biergarten instand halten, Getränke verkaufen oder auch Teller spülen. Derzeit beschäftigt Lukas Schröder noch drei weitere Mitarbeiter. Er hofft, dass er vom Landratsamt die Genehmigung für längere Öffnungszeiten und Aufstockung der 40 Sitzplätze bekommt.

 

Trotz der guten Lage am Radweg könne er nur von den Radfahrern nicht leben, sagt er und erklärt: „80 Prozent der Gäste sind Einheimische. Viele kommen zwar auch mit dem Rad, aber kehren nicht nur spontan zur Pause ein, sondern planen die Tour wegen einer Einkehr bei uns.“

 

 

Container-Café neben Spielplatz

 

Direkt neben dem Spielplatz und am Radweg befand sich noch vor einigen Jahren das Café „Geheimdip“. Susanne Piller erwarb das Gebäude und wollte es eigentlich umbauen und erneuern. Die Situation war für sie jedoch schwierig, zu organisieren, zusätzlich zu ihrem Job als Krankenschwester. Dann kam die Pandemie, mit ihr weniger Besucher und viele zusätzliche Vorschriften. An diesem Punkt habe sie entschlossen, das Café zu schließen und in Wohnungen umzubauen, erzählt sie. „Aber die Idee, was Kleines wieder zu eröffnen, war immer da.“ Ein Container als Café, das habe sie zum ersten Mal in Deggendorf gesehen. „Wir haben recherchiert im Internet und beschlossen: Das ist es.“ Seit Anfang des Jahres steht nun direkt neben dem Spielplatz, an der Stelle, wo früher die Terrasse des „großen“ Café endete, ein Container, der allerdings nicht aussieht wie einer. Dunkle Anthrazit-Töne kombiniert mit Holz und Möbeln in modernem Design – Baustellen-Charakter sucht man vergebens. Auch draußen sind ein paar Tische unter Sonnenschirmen. „Es ist einfach gehalten, aber es ist alles da, was man braucht. Wie auf einer Hütte“, beschreibt Piller. Alles basiert auf Selbstbedienung, Automaten und Vertrauens-Kasse, vor Ort ist niemand. Die Betreiberin schließt täglich um circa 7.30 Uhr auf und um 20 Uhr zu. Die Familie hilft zusammen, die Leckereien werden jeden Tag selbst gebacken. Es gibt ein wechselndes Kuchen- und Tortenangebot, mal auch Wurstsemmeln und einen Automaten mit Kaffee-Spezialitäten. Ganz neu ist die hauseigene Softeis-Maschine, die Susanne Piller besonders lobt. „Wo gibt es heutzutage schon noch Softeis?“ Sie fülle Milch und Vanillepulver in den Behälter, „alles andere macht die Maschine“. Die Gäste können aus vier verschiedenen Soßen wählen.

 

„Mal ist mehr los, mal weniger“, so Piller. An den Wochenenden kämen natürlich mehr Besucher, doch auch unter Woche immer wieder. Sie wolle vor allem die „Einheimischen“ locken und einen Treffpunkt für Familien schaffen. Viele Eltern kommen, während die Kinder auf dem Spielplatz sind. Das Café soll auch im Winter geöffnet sein, das Angebot wird sich nach der Jahreszeit richten. Eine Konkurrenz zum Biergarten sieht Susanne Piller „eigentlich nicht“. Es gebe nur Alkoholfreies, die Speisen seien eher süß, keine deftigen Brotzeiten, und die Zielguppe einheimische Familien, die mit den Kindern auf dem Spielplatz sind.

 

Auch Lukas Schröder fühlt sich nicht in Konkurrenzsituation mit dem Container-Café. Für Eltern und Kinder auf dem Spielplatz sei das toll, wer längere Aufenthalte plant und gemütlich mit mehreren Leuten zum Essen einkehren will, besuche den Biergarten. Einer Meinung sind beide, wenn es um eine direkte Radweg-Verbindung von und nach Prackenbach geht: Die wäre wünschenswert. Im Biergarten sprächen das laut Betreiber auch viele Gäste an, die eigentlich lieber zu Fuß kämen, denen die Straße bei Nacht aber zu gefährlich ist. Susanne Piller will in naher Zukunft Kontakt mit der Gemeinde aufnehmen und dieses Problem ansprechen, und auch weitere kleine Dinge, wie zum Beispiel ein großes Sonnensegel über dem Spielplatz.

 

Radweg scheiterte bisher an Grundstückseigentümern

 

Prackenbachs Bürgermeister Andreas Eckl findet auf Anfrage beide Anregungen gut. Das Sonnensegel sei sicherlich zu organisieren. Anders sehe es leider beim Radweg von Prackenbach nach Fichtental aus. Die Idee sei bereits seit vielen Jahren präsent, doch nicht so einfach umzusetzen. „Wir sind abhängig von den Grundstückseigentümern“, sagt er. Und davon gebe es auf der Strecke der Landstraße viele. Mehrere schmale Streifengrundstücke reihten sich aneinander, „wenn nur einer keinen Grund hergeben will, hat sich alles erledigt.“ Bei der letzten Anfrage vor einigen Jahren seien mehrere Grundstückseigentümer nicht gewillt gewesen, an solch einem Projekt mitzuwirken. Eckl glaubt nicht, dass sic,h daran etwas geändert hat. Aber zumindest eine erneute Anfrage in der nahen Zukunft hält er für möglich. Denn auch er finde schon immer, dass solch ein Radweg eine „super Idee“ sei.

 

BU´s:

 

1: Susanne Pillers Sohn Max zeigt die neue Softeis-Maschine.

 

2: Direkt neben dem Spielplatz am Radweg in Fichtental befindet sich seit Anfang des Jahres das kleine Container-Café Geheimdip.

 

3: Susanne Piller backt mit Hilfe ihrer Familie täglich Kuchen und Torten, die dann mittels Vertrauens-Kasse angeboten werden.

 

4: Seit Mai vergangenen Jahres gibt es den Biergarten „Zur alten Säge“.

 

5: Lukas Schröder betreibt ihn mit tatkräftiger Unterstützung seiner Eltern.

 

6: Im Foodtruck können sich die Gäste ihre Speisen abholen.

 

Bild zur Meldung: Zwei ungewöhnliche Genuss-Konzepte am Regental-Radweg

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Zwei ungewöhnliche Genuss-Konzepte am Regental-Radweg (29. 08. 2023)

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