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Nachhaltigkeit zum Thema Bananen

Prackenbach, den 12.07.2019

Brigitta Schlüter vom Weltladen in Viechtach klärte die Schulkinder auf

 

Prackenbach. Bananen zählen in Deutschland zu den beliebtesten Obstsorten. Sie sind das ganze Jahr über verfügbar, da sie im warmen subtropischen Klima sehr schnell erntereife Früchte herausbilden. Bis zur Ernte vergehen nur etwa 9 Monate.

Bananen wachsen in einem Büschel an großen staudenartigen Pflanzen. Der Ursprung der Banane wird in Südost-Asien vor etwa 5.000 Jahren vermutet. Die Vermehrung findet ohne Samen durch Ablegen von der Mutterpflanze statt.

 

„Bananen“ lautete das Thema der zwei Unterrichtsstunden der dritten und vierten Klasse am Freitag in der Grundschule Prackenbach. Dazu hatte man die ehemalige Lehrerin Brigitta Schlüter vom Weltladen in Viechtach in Zusammenarbeit mit der Religionslehrerin Traudl Aichinger eingeladen, die den 26 Schülern viel Interessantes über den Anbau, der Herkunft, den Verkauf und schließlich über den Fairen Handel mit Bananen erzählte. Dazu begrüßte Rektorin Katrin Hartl die Referentinnen sehr herzlich.

 

Der Welthandel mit Bananen begann 1899, als die US-amerikanische Firma „United Fruit Company“ gegründet wurde. Bis heute beherrscht dieser Konzern, der heute „Chiquita“ heißt, zusammen mit zwei anderen Großkonzernen, „Dole“ und „Del Monte“ den Bananenanbau und –handel auf der Welt, so Schlüter.

Aufmerksam lauschten die Kinder der Tatsache, dass schon früh die „United Fruit Company“ und andere nordamerikanische Handelsgesellschaften große Bananenplantagen in Mittelamerika errichteten. Sie gingen sehr rücksichtslos um und vertrieben kleine Bauern. Es wurden große Regenwälder abgeholzt und abgebrannt, wobei viele Arbeiter benötigt wurden, die bettelarm waren. Die Konzerne aber wurden immer größer und machten ein Vermögen. Sie kontrollierten sogar die Polizei und die Politik und die Menschen leben in völliger Armut und Rechtlosigkeit.

Schlüter erzählte vom 12-jährigen Manuel, der mit seiner Mutter und seinen vier kleineren Geschwistern auf einer großen Bananenplantage in Panama lebt. Der Vater war vor zwei Jahren gestorben. Die giftigen Pflanzenschutzmittel verursachten seinen Tod. Seit dem Tod muss auch er arbeiten, Bananenbüschel schleppen, die 50 kg wiegen. Schlimm findet er, wenn aus dem Flugzeug giftiger Pflanzenschutz über die Plantagen gesprüht wird, wo er arbeitet und es in den Augen, in der Lunge und auf der Haut brennt. Doch wenn wir nicht arbeiten, können wir nicht überleben, so Manuel.

Die Mutter verdient vier bis fünf Dollar am Tag und er drei. Wenn wir krank sind, sagt er, bekommen wir auch keinen Lohn. Sollten wir die Plantage verlassen, haben wir nicht mal mehr die paar Dollar, die wir jetzt verdienen, erzählte Manuel.

 

Gott sei Dank fördert heute das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durch Engagement Global mit Mitteln, bemerkte Schlüter. Der Weltladen im Frauenzentrum Deggendorf e.V. hat nun eine Bildungsstation „Globales Lernen“ eingerichtet und verleiht Bildungsmaterialien, welche die Themen Globalisierung und Fairer Handel auf kreative Weise erklären. Die Materialien werden vom Weltladen Neumarkt und sind im Kontext der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu sehen.

 

Im Verlauf der Unterrichtsstunden mussten die Schülern, in vier Gruppen aufgeteilt, an Hand von Bildungsmaterialien, die die Themen Globalisierung und Fairer Handel auf kreative Weise erklären.

 

In der 1. Frage mussten die Kinder eine Bananenstaude mit Finger, roter Blüte, Stamm und ein neuer Trieb bezeichne.Welche Länder verkaufen die meisten Bananen, lautete die 2. Frage. Sie kommen aus Ecuador, Philippinen, Costa Rica, Kolumbien und Guatemala. Schließlich werden 40 kg. giftigster Pestizide auf einen Hektar Plantage gespritzt. 10 mal mehr als bei uns zulässig ist. Auch dass für eine Plantage wertvoller Regenwald gerodet wird, so dass nach 20 Jahren der Boden unfruchtbar und das Grundwasser verseucht ist.

Schließlich mussten verschiedene Bilder beschriftet werden, unter anderem Logos, bei denen z.B. nur Bio-Bananen oder keine Spritzmittel angeboten werden, wo es sauberes Trinkwasser, ein Krankenhaus, eine Apotheke und eine Schule gibt oder die auf Eigenvermarktung plädieren.

 

Nach der Pause erzählte Brigitta Schlüter noch eine Geschichte über Faire Bananen. Sie handelte von Raúl, einem 14-jährigen Sohn eines Bananen Bauern aus Ecuador. Sein Vater erzählt, dass sich das Leben im Vergleich zu Früher sehr verbessert hat. Weil die Konzerne das Land verlassen haben, hat sich sein Vater einem Bauernverband angeschlossen und hat dafür gesorgt, dass jeder ein kleines Stück der Bananenplantage als Eigentum bekam. Es entstanden Bauernverbände und haben sich in den großen Verband UROCAL zusammengeschlossen und verkaufen die Bananen nicht mehr an Großkonzerne, sondern an kleine Firmen oder Vereine in Europa und bezahlen einen fairen Preis. Nun haben wir auch besseres Trinkwasser und Wasserleitungen, sagt Raúl. Bananen aus Fairem Handel gibt es in vielen Weltläden und in Naturkostläden, sagt schließlich Brigitta Schlüter und übergab zum Schluss jedem Kind eine Banane.

 

Am Ende der Unterrichtsstunden dankte Traudl Aichinger, die anschließend eine weitere Schulstunde leiten musste, Brigitta Schlüter für die interessante Schulstunde, die sich ebenfalls für die Mithilfe bedankte.

 

Foto: Viel Wissenswertes mit Brigitta Schlüter

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Nachhaltigkeit zum Thema Bananen

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