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Geschichte

Prackenbach, im nordwestlichen Teil des Landkreises Regen gelegen, kann auf eine lange geschichtliche Vergangenheit zurückschauen.

 

Es waren Klosterleute aus Metten, die um das Jahr 1000 in das mit dichtem Urwald bewachsene Gebiet eindrangen, um es urbar zu machen und zu kultivieren. Aus gefällten Baumstämmen errichteten sie Blockhäuser und legten sie so an, dass sie vom Nord- und Westwind geschützt waren. Der gerodete Boden wurde ausschließlich zum Flachs- und Haferanbau verwendet, und die errichteten Holzhäuser erhielten durchwegs den Namen „Brechhäuser“. (Durch das Brechen des Flachses der Name Brechhäuser genannt).

 

Auch der durch das Tal fließende Wildbach wurde „Brechenbach“ benannt, der dann auch später in Prackenbach umgewandelt wurde und gleichzeitig dem entstehenden Ort seinen Namen gab. An die Entstehungszeit erinnern heute noch viele alte Hausnamen wie beispielsweise „Bruckmeier“, das war der Milchhof an der Brücke, „Leherbauer“ der sein Zehent dem Kloster abgeben mußte, oder „Zeitlau“  „Zeitlhof“, das waren die Weiler der Bienenzüchter. (Zeitler) Als immer neue Gruppen von Landsuchenden von der Donau herauf in den Wald vordrangen, wuchsen die Einöden zu Weilern. Aus diesen entstand auch das Dorf Prackenbach, das die besten Voraussetzungen im geschützten Talkessel am Bach hatte, um sich zum Kirch- und Pfarrdorf zu vergrößern. Erstmals ist Prackenbach urkundlich (1100-1104) im Oberalteicher Verzeichnis erwähnt. Die Nennung “Brachinbach” erscheint in einem Verzeichnis der Pfarrsprengel, aus denen das Kloster Oberalteich den Zehnten bzw. einen Teil davon bezog.


1280 wird Prackenbach als Edelsitz (Hofmark) genannt. In weiteren Urkunden erscheint Prackenbach als Amtssitz der vier Hauptmannschaften: Prackenbach, Moosbach, Rechertsried und Sedlhof. Im 14. Jahrhundert gehörten Teile des Dorfes dem Kloster Windberg an, worauf der Name „Winmühle“ und „Winhof“ noch heute hinweist. Im 15. Jahrhundert verkaufte das Kloster Metten das Gebiet um Prackenbach an den Ritter Eberhard von Nußberg, der es dann an die Herren von Kollnburg und Degenberg weiter gab.

 

Dass unsere Vorgänger auch schon einen guten Trunk Bier schätzten, geht schon daraus hervor, daß die Brauerei Eidenschink ihre Entstehung bis ins Jahr 1543 nachweisen kann.


Da die Klöster viel Wert auf religiöse Pflichterfüllung legten, errichtete man frühzeitig Kapellen und Kirchen. So wurde Prackenbach vor dem Jahr 1700 schon eine Pfarrei. Auch der Schuldienst wurde um 1700 eingeführt, wo der Dorfweber für die Unterrichtung der Kinder sorgte.

 

In den Schreckenszeiten der Pandurenkriege wurde auch Prackenbach nicht verschont. Am 19. August 1742 standen die Panduren in Viechtach und mit dem weiteren Vormarsch in Richtung Cham wurde Prackenbach geplündert und vollständig niedergebrannt. Prackenbach wurde daraufhin von der Pfarrei Viechtach übernommen.


Die Kirche und der Friedhof wurden mit einer hohen Mauer umgeben, die bis in den heutigen Tag erhalten geblieben ist. Alle Unterlagen aus Prackenbach wurden im Viechtacher Pfarrhof aufbewahrt, zu dem zu dieser Zeit Prackenbach gehörte. Durch den großen Brand im Jahre 1760, dem auch Kirche und Pfarrhof zum Opfer fielen, sind alle Dokumente über Prackenbach mit vernichtet worden.

 

Entstanden ist die Gemeinde Prackenbach im Jahre 1808. Das jetzige Binderhaus war damals der frühere Pfarrhof und das Schnitz- und Felmerhaus das damalige Schulhaus. Krailing, das schon eine längere Bestehung als Prackenbach nachweist, wurde am 22. Januar 1819 nach Prackenbach eingepfarrt.

 

Um 1820 begann in Prackenbach der geregelte Schulunterricht. Von da an gab es auch die erste Lehrkraft. 1826 erwarb die Pfarrei das gleich an der Friedhofsmauer gelegene Haus der Metzgerswitwe Therese Lemberger und verwendete es als erstes richtiges Schulhaus. Da der Lehrer von damals an auch die Mesnerdienste leistete, nannte man dieses erste Schulhaus auch Mesnerhaus. Die vorliegenden gemeindlichen Unterlagen greifen nur bis ins Jahr 1852 zurück. Der jetzige Pfarrhof wurde 1830 erbaut. Die Pfarrkirche wurde 1835 niedergerissen und in den folgenden Jahren unter Pfarrer Baumgartner neu erbaut. Am 9 September 1841 wurde die neue Kirche eingeweiht. Seitdem thront der Patron des Hl. St. Georg über dem Tabernakel des Hochaltares. 1868 erhielt der Glockenturm seine jetzige Gestalt. Diese Bauten wurden nicht durch Zuschüsse oder sonstige Darlehen gefördert, sondern ausschließlich durch Eigenleistungen der Kirchengemeinde. Bei Fertigstellung des Gotteshauses pflanzte ein Bauer aus Leuthen auf dem Kirchplatz die Dorflinde, die heute unter Naturschutz steht und ein Wahrzeichen Prackenbachs ist. Aus den Einöden, Weilern und der Ansiedlung an den „Brechenbach“ hat sich die Gemeinde Prackenbach bis zum Jahre 1978 auf eine Gesamtfläche von 1.131 ha, 19 Ortsteilen, 205 Wohngebäuden und eine Bevölkerungszahl von rund 1000 Einwohnern entwickelt.


Im Mai 1978 wurden im Rahmen der Gebietsreform die Gemeinden Moosbach und Ruhmannsdorf nach Prackenbach eingemeindet. Die jetzige Einheitsgemeinde hat nun eine Gesamtfläche von 4.052 ha., 64 Ortsteilen, 950 Wohngebäuden und 2.707 Einwohner.