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Das Schwedenkreuz in Moosbach

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Zu den ältesten Flurdenkmälern zählen Steinkreuze. Es sind meist 80 bis 120 Zentimeter hohe und 40 bis 60 Zentimeter breite, klobige Kreuze, die fast immer aus einem Block - meist Granit - gemeißelt wurden. Man findet diese geheimnisvollumwitterten Denkmäler entlang von alten Straßen und Wegkreuzungen, an Bäumen und Waldrändern, auf Anhöhen oder auf Gemeinde- und alten Herrschaftsgrenzen.

 

Leider sind viele dieser steinernen Zeugen einer vergangenen Zeit durch Unachtsamkeit, Unwissenheit oder mutwillige Zerstörung verschwunden.

 

Oft sind diese grob behauenen Kreuze schon in einem stark verwitterten Zustand. An manchen ist eine Zeichnung eingeritzt, nur selten haben sie aber eine Inschrift. Dieses schmucklose Aussehen mag wohl auch ein Grund dafür sein, dass sie die Phantasie der Menschen schon immer beflügelten. Etwas Geheimnisvolles scheint viele dieser Kreuze zu umgeben. Die alteingesessene Bevölkerung weiß über die meisten dieser Flurdenkmäler noch manch schauerliche Geschichte oder Sage zu erzählen.

 

Im Volksmund haben die Steinkreuze mehrere Bezeichnungen. Entlang des Böhmerwaldes nennt man sie “Hussitenkreuze” und in der nördlichen Oberpfalz sind es die “Schwedenkreuze”. In mehreren Sagen ist die Rede davon, dass unter diesen Denkmälern Schweden begraben liegen. Die meisten dieser Kreuze entstanden jedoch schon lange vor dem 30jährigem Krieg. Andere Bezeichnungen heißen “Sühnekreuz”, “Pestkreuz” und “Franzosenkreuze”.

 

Schwedenkreuz

 

Totschlag bei Moosbach vor 400 Jahren

So lautete die Überschrift eines Artikels in “Schöner Bayerischer Wald” von Isfried Griebel. Sühnekreuze, auch das Kreuz bei Moosbach, sind ein geschichtliches Relikt der Rechtsauffassung und Rechtsprechung unserer Vorfahren. Ein staatliches Eingreifen von ordentlichen Gerichten gab es zu dieser Zeit (14. bis 16. Jahrhundert) noch nicht. Unsere Vorfahren unterschieden streng zwischen Mord und Totschlag. Durch einen Totschlag wurde der Täter nicht “ehrlos”, er musste Wiedergutmachung an den Hinterbliebenen leisten, Almosen verteilen, Wallfahrten usw. Dies wurde in sog. Sühneverträgen festgehalten. Zusätzlich musste der Täter noch ein Sühnekreuz setzen lassen.

Das Sühnekreuz bei Moosbach ist nur scheinbar ein idyllischer Punkt in der Kulturlandschaft des Bayerischen Waldes, das man wegen seiner Form mit dem Christentum in Verbindung bringen kann; es ist sichtbares Relikt der Auffassung von Recht und Gerechtigkeit unserer Vorfahren.

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